Kommentar

Politik, nicht Wissenschaft

Eine höhere Lebenserwartung für Männer als Antrieb, die Geschlechtergleichstellung zu verbessern? Die Idee ist so fragwürdig wie die Daten es sind.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Was hat der Frauenanteil in Länderparlamenten mit der Lebenserwartung von Männern zu tun? Je mehr Frauen, umso früher sterben die Männer. In Baden-Württemberg gibt es die wenigsten Parlamentarierinnen, dafür ist die Lebenserwartung der Männer dort am höchsten. Sollten wir also den Frauenanteil in den Parlamenten reduzieren, damit Männer länger leben? Was für ein Unsinn!

Forscher der Uni Bielefeld sind sich nicht zu schade, aus solchen Daten den Schluss zu ziehen, dass da, wo die Gleichstellung der Frauen besonders gut ist, Männer länger leben. Man solle daher die Gleichstellung auch zum Wohle der Männer vorantreiben.

Sie begründen dies mit dem „Gender Inequality Index“, der zwar auch den Frauenanteil in den Parlamenten berücksichtigt, bei uns aber vor allem durch die Geburtenrate bei Minderjährigen bestimmt wird und primär die Wirtschaftskraft widerspiegelt. Diese dürfte ursächlich für das längere Leben von Männern – wie auch Frauen – sein.

Wer also nicht gerade die im Index führenden Bayern für den Leuchtturm der Genderpolitik hält, kommt zu dem Schluss, dass es viele gute Gründe für Gleichstellung gibt. Die Lebenserwartung der Männer zählt jedoch nicht dazu. Hier geht es nicht um Forschung, sondern eine Politik, der jedes Mittel recht ist.

Lesen Sie dazu auch: Gendermedizin: Länger leben dank Gleichstellung?

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Erkenntnisse aus Studie fehlen noch

Bei Resmetirom sieht G-BA vorerst keinen Zusatznutzen

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Nutzen-Risiko-Vergleich

Antikoagulation nach VTE: Länger könnte besser sein

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 29.08.201908:08 Uhr

Gleichstellung und Gender-spezifische Lebenserwartung

Ist diese Studie des Forschungsteams der Universität Bielefeld mit fragwürdigen Daten zu Gleichstellung und Gender-spezifischer Lebenserwartung etwa die verzweifelte Antwort darauf, dass es Bielefeld eigentlich gar nicht gibt?

"Die Bielefeld-Verschwörung ist Gegenstand einer satirischen Verschwörungstheorie, die behauptet, die Stadt Bielefeld [und damit auch die Universität Bielefeld] gäbe es nicht, ihre Existenz werde lediglich überzeugend vorgetäuscht.
Diese Theorie erschien erstmals 1994 im deutschsprachigen Usenet, kursiert seither als Dauerwitz im Internet und wurde so Teil der Internetfolklore, die zur Netzkultur gehört.[1] Sie wird als Beispiel genutzt, um die in sich geschlossene unangreifbare Argumentationsstruktur von Verschwörungstheorien aufzuzeigen."
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bielefeld-Verschw%C3%B6rung

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen in Iran via Telemedizin

Seltene, aber schwere Nebenwirkung

NSAR und Metformin: eine gefährliche Kombination

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?