Kommentar

Politik, nicht Wissenschaft

Eine höhere Lebenserwartung für Männer als Antrieb, die Geschlechtergleichstellung zu verbessern? Die Idee ist so fragwürdig wie die Daten es sind.

Von Thomas Müller Veröffentlicht: 28.08.2019, 11:50 Uhr

Was hat der Frauenanteil in Länderparlamenten mit der Lebenserwartung von Männern zu tun? Je mehr Frauen, umso früher sterben die Männer. In Baden-Württemberg gibt es die wenigsten Parlamentarierinnen, dafür ist die Lebenserwartung der Männer dort am höchsten. Sollten wir also den Frauenanteil in den Parlamenten reduzieren, damit Männer länger leben? Was für ein Unsinn!

Forscher der Uni Bielefeld sind sich nicht zu schade, aus solchen Daten den Schluss zu ziehen, dass da, wo die Gleichstellung der Frauen besonders gut ist, Männer länger leben. Man solle daher die Gleichstellung auch zum Wohle der Männer vorantreiben.

Sie begründen dies mit dem „Gender Inequality Index“, der zwar auch den Frauenanteil in den Parlamenten berücksichtigt, bei uns aber vor allem durch die Geburtenrate bei Minderjährigen bestimmt wird und primär die Wirtschaftskraft widerspiegelt. Diese dürfte ursächlich für das längere Leben von Männern – wie auch Frauen – sein.

Wer also nicht gerade die im Index führenden Bayern für den Leuchtturm der Genderpolitik hält, kommt zu dem Schluss, dass es viele gute Gründe für Gleichstellung gibt. Die Lebenserwartung der Männer zählt jedoch nicht dazu. Hier geht es nicht um Forschung, sondern eine Politik, der jedes Mittel recht ist.

Lesen Sie dazu auch: Gendermedizin: Länger leben dank Gleichstellung?

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Dr. Thomas Georg Schätzler

Gleichstellung und Gender-spezifische Lebenserwartung

Ist diese Studie des Forschungsteams der Universität Bielefeld mit fragwürdigen Daten zu Gleichstellung und Gender-spezifischer Lebenserwartung etwa die verzweifelte Antwort darauf, dass es Bielefeld eigentlich gar nicht gibt?

"Die Bielefeld-Verschwörung ist Gegenstand einer satirischen Verschwörungstheorie, die behauptet, die Stadt Bielefeld [und damit auch die Universität Bielefeld] gäbe es nicht, ihre Existenz werde lediglich überzeugend vorgetäuscht.
Diese Theorie erschien erstmals 1994 im deutschsprachigen Usenet, kursiert seither als Dauerwitz im Internet und wurde so Teil der Internetfolklore, die zur Netzkultur gehört.[1] Sie wird als Beispiel genutzt, um die in sich geschlossene unangreifbare Argumentationsstruktur von Verschwörungstheorien aufzuzeigen."
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bielefeld-Verschw%C3%B6rung

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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