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Pregabalin mindert Anfallsschwere bei Epilepsie

STRASSBURG (sko). Bei schwer therapierbaren Patienten mit Epilepsie sollte der Therapie-Erfolg nicht nur an der Häufigkeit der Anfälle, sondern vor allem auch an der Anfallsschwere gemessen werden. Denn werden die Anfälle schwächer, und werden außerdem Begleitsymptome gemindert, kann das die Lebensqualität der Patienten schon deutlich verbessern.

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Bei 70 Prozent der Patienten mit Epilepsie ist nach Angaben von Professor Hermann Stefan von der Neurologischen Klinik der Universität Erlangen eine Monotherapie erfolgreich. "Aber bei den übrigen Patienten wird die Therapie schwierig und mühsam, und wir müssen alle Register ziehen", sagte Stefan bei einem Epilepsie-Kongreß in Straßburg.

Eine Option für die Zusatztherapie bei fokalen Anfällen mit und ohne sekundärer Generalisierung sei dann Pregabalin (Lyrica®), so Stefan auf einer Veranstaltung von Pfizer.

Der Neurologe verwies auf eine Untersuchung, die er bei 76 schwer behandelbaren Epilepsie-Patienten gemacht hatte. Über 80 Prozent der Patienten nahmen zwei oder drei Medikamente ein, hatten aber bisher auf die Therapie nicht ausreichend angesprochen. Sie erhielten nun zusätzlich Pregabalin - im Schnitt 300 mg täglich.

Nach sechs Monaten hatte etwa die Hälfte der Patienten das Medikament wieder abgesetzt, was jedoch nicht an der Verträglichkeit lag, wie Stefan betonte. Meist sei das Medikament gut verträglich gewesen und sei bei diesen Patienten deshalb abgesetzt worden, weil sie auch auf die Zusatztherapie nicht angesprochen hatten.

Doch bei den Patienten, die das Medikament sechs Monate lang eingenommen hatten, reduzierte sich die Zahl der epileptischen Anfälle deutlich, und zwar bei 13 Prozent der Patienten um mehr als die Hälfte. Eine Reduktion um weniger als die Hälfte, jedoch mit abgeschwächter Anfallsstärke verzeichnete Stefan bei knapp 17 Prozent der Patienten. Und auch dies bedeute ein großes Plus an Lebensqualität.

Welche Auswirkung die Behandlung mit Pregabalin auf emotional-affektive und kognitive Aspekte hat, untersuchte Stefan bei 36 Patienten, die ebenfalls unter einer schweren fokalen Epilepsie litten. Vor und nach der Aufdosierung auf 300 mg Pregabalin täglich wurden Depressivität, Ängste, Aggressivität sowie kognitive Merkmale geprüft.

Durch die Therapie kam es zu einer signifikanten Verbesserung des kurzfristigen Gedächtnisses bei den Patienten, die auf die Behandlung ansprachen (Reduktion der Anfallshäufigkeit um 50 Prozent). Bei den Stimmungsparametern zeigte sich eine tendenzielle Verbesserung durch die Pregabalin-Therapie, Ängste und Aggression nahmen ab.

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