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Preis für Rauchstopp sind fünf Kilo plus

Wer mit dem Rauchen aufhört, muss sich meist mit einem neuen Übel herumschlagen: einem Plus an Pfunden. Denn mit dem Nikotinentzug kommt der Appetit.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Wirklich ein Dilemma: Rauchen und schlank bleiben oder essen und dick werden?

Wirklich ein Dilemma: Rauchen und schlank bleiben oder essen und dick werden?

© [M] iStockphoto / thinkstock

VILLEJUIF. Ein Rauchstopp bringt zwar etliche Vorteile, doch viele Neuabstinente nehmen mehr an Gewicht zu als bislang befürchtet. Darüber müssen Patienten bereits zu Beginn der Raucherentwöhung informiert und entsprechend beraten werden.

In einer Metaanalyse aus 62 Studien hatten nach einem Jahr 37 Prozent der Exraucher bis zu 5 kg zugelegt, 34 Prozent zwischen 5 und 10 kg und 13 Prozent über 10 kg (BMJ 2012; 345: e4439). Allerdings gab es auch etliche Ausreißer: 16 bis 21 Prozent hatten an Gewicht verloren.

Die Gewichtszunahme von durchschnittlich 4,7 kg, die in der Metaanalyse ein Jahr nach dem Rauchstopp ermittelt wurde, liegt deutlich über dem Ergebnis einer früheren Studie, die auf 2,9 kg kam.

Der meiste Speck in den ersten drei Abstinenzmonaten

Am stärksten war die Gewichtszunahme in den ersten drei Monaten, im Schnitt ein Kilogramm pro Monat, wie die französisch-britische Forschergruppe um Professor Henri-Jean Aubin aus Villejuif herausfand.

Insgesamt sah die Bilanz folgendermaßen aus: Raucher, die ohne Hilfsmittel mit der Qualmerei aufgehört hatten, hatten einen Monat später im Durchschnitt 1,12 kg, nach zwei Monaten 2,26 kg, nach drei Monaten 2,85 kg, nach sechs Monaten 4,23 kg und nach einem Jahr 4,67 kg an Gewicht zugelegt.

Auch diejenigen, die zur Unterstützung zu einer Pharmakotherapie (Nikotinersatztherapie, Bupropion, Vareniclin) griffen, hatten hinsichtlich der Gewichtszunahme keine Vorteile. Selbst wenn sich die Exraucher der Gewichtsproblematik bewusst waren, änderte dies wenig am Resultat.

Der behandelnde Arzt, so die Autoren, sollte bei seinen neuen Nichtrauchern ein Auge auf den Gewichtsverlauf haben, um bei exzessiver Zunahme frühzeitig gegensteuern zu können.

Die Aussicht auf mehr Unförmigkeit sei für manche Raucher sicher ein willkommener Grund, seinem Nikotinlaster treu zu bleiben - schließlich kann das in Aussicht stehende Übergewicht möglicherweise auch neue Gesundheitsprobleme schaffen.

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Kommentare
Dr. Karlheinz Bayer 16.07.201208:43 Uhr

wenn ich das Rauchen lasse, nehme ich zu ...

Verehrte Frau Starostzik,
erstens glaube ich keiner Studie, die etwas über das Rauchen schreibt, erst recht nicht dann, wenn sie sich tendenziell für und nicht gegen das Rauchen auszusprechen scheint.
Zweitens ist es so, daß es gerade die dicken Raucher sind, die am Rauchen festhalten mit dem Argument, sie würden sionst noch dicker werden.
Und drittens ist der Zeitraum von einem Jahr zu kurz gegriffen. Gewöhnlich verliert sich die Suchtverlagerung auf Bonbons und Schokolade relativ rasch mit dem wachsenden Übergewicht, und nach etwa 2 Jahren kehrt sich die Entwicklung um.
Vielleicht noch viertens erwähnenswert ist, daß die Raucher statistisch etwa 6-8 Kilogramm schwerer sind als die Nichtraucher.

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