Dänische Studie

Psoriasis erhöht Diabetes-Risiko

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MÜNCHEN (eb). Menschen, die an Psoriasis erkrankt sind, haben auch ein deutlich erhöhtes Diabetesrisiko. Das ist das Ergebnis einer dänischen Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München vorgestellt wurde.

Insgesamt wurden Daten von vier Millionen Menschen analysiert, von denen 50.000 Menschen an Psoriasis erkrankten und ab diesem Zeitpunkt 13 Jahre lang beobachtet wurden.

Das Diabetes-Risiko stieg mit dem Schweregrad der Psoriasis: Wer eine milde Form hat, hat im Vergleich zu Menschen ohne die Hautkrankheit ein um 50 Prozent höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken (6,93 vs. 3,67 neue Diabetes-Fälle pro 1000 beobachtete Patientenjahre), bei schweren Psoriasis-Formen steigt das Risiko sogar auf das Doppelte an (9,65 vs. 3,67).

Für dieses Risiko müsse Bewusstsein geschaffen werden, so Studien-Co-Autor Dr. Ole Ahlehoff von der Uniklinik Kopenhagen: "Betroffene müssen dafür sensibilisiert werden, wie sie ihr Herz-Kreislaufrisiko senken können."

Einen möglichen Hintergrund für die Zusammenhänge nennt Professor Eckart Fleck vom Deutschen Herzzentrum Berlin: "Bei Psoriasis, bei Atherosklerose und bei frühen Stufen von Diabetes spielen immer lokale chronische Entzündungsprozesse eine Rolle. Dies ist ein zentraler Mechanismus, der bei den Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ursächlich ist."

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Kommentare
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Dr. Thomas Georg Schätzler

Henne-Ei-Problem?

Typisch irritierende Studienergebnisse. Was war zuerst da, der Typ-2-Diabetes, oder die Psoriasis? Die Auflösung ist ganz einfach. In Abhängigkeit des Psoriasis-Schweregrades wirkt Cortisol als desoxygeniertes Cortison topisch und/oder systemisch verabreicht d i a b e t o g e n durch die Aktivierung der Gluconeogenese in der Leber. Dies wiederum induziert in Abhängigkeit von der Kortikoid-Gesamtmenge mehr oder weniger häufig Typ-2-Diabetes mit sekundärer KHK.

Chronische Entzündungsprozesse spielen bei der Psoriasis selbstverständlich auch eine Rolle. Aber man sollte doch eher einen Endokrinologen zu Nebenwirkungen der Kortisontherapie fragen, statt wild kardiologisch über Ursache-Wirkungs-Probleme bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu spekulieren.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund



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