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Psychische Faktoren beeinflussen Dyspnoe bei COPD

Eine COPD ist oft mit Angst oder Depression verbunden. Das wird häufig nicht erkannt. Dabei können solche Symptome die Dyspnoe verstärken.

Christina OttVon Christina Ott Veröffentlicht:

HANNOVER. Erstickungsangst, Beklemmung und Lufthunger - eine Dyspnoe ist ein subjektives Gefühl. Dieses Gefühl wird nicht nur dadurch bestimmt, wie viel Luft tatsächlich in die Lunge gelangt, sondern auch durch die psychische Verfassung der Patienten sowie durch äußere Einflüsse. So lindern zum Beispiel angenehme Bilder oder Musik die Atemnot.

Patienten mit COPD leiden häufig unter psychischen Symptomen wie Angst oder Depression. Bei bis zu 44 Prozent der Patienten werden diese nicht erkannt, und etwa 30 Prozent werden nicht behandelt, wie Privatdozent Andreas von Leupoldt vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sagte. Auf den Krankheitsverlauf der COPD haben psychische Symptome negative Auswirkungen. 

Denn bei diesen Patienten sind Lebensqualität, körperliche und soziale Funktionalität sowie Behandlungs-Adhärenz deutlich reduziert, so von Leupoldt beim Pneumologen-Kongress in Hannover. Zudem müssen die Patienten wesentlich häufiger und länger ins Krankenhaus, und die Sterberate sowie die Symptombelastung - inklusive Atemnot - sind erhöht.

Dem Phänomen der erhöhten Atemnot bei psychisch kranken oder emotional belasteten COPD-Patienten versucht der Diplom-Psychologe auf den Grund zu gehen. So konnte er unter anderen in einer aktuellen Studie mit 30 COPD-Patienten nachweisen, dass negative Emotionen die Wahrnehmung von Atemnot deutlich erhöhen. Hierzu zeigte er den Patienten während zweier Messungen (vorher, nachher) auf dem Fahrrad-Ergometer erfreuliche, neutrale oder unerfreuliche Bilder. Während die kardiopulmonalen Messungen bei allen Bild-Typen ähnliche Ergebnisse brachten, war die Atemnot bei der zweiten Messung (Borg-Score; 0  =  keine bis 10  =  maximale Dyspnoe) bei den unerfreulichen Bildern höher als bei den erfreulichen Bildern (3,3 vs. 2,8).

Was sich dabei im Gehirn abspielt, hat unter anderen eine frühere Studie bei gesunden Probanden verdeutlicht (Am J Respir Crit Care Med, 2008, 177, 1026): Je sieben gesunde Frauen und Männer erhielten eine funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT). Bei ihnen wurde künstlich eine Atemnotsituation erzeugt, indem sie durch eine Maske mit einem Sieb atmen mussten, was das Atmen erschwerte. Dabei zeigte von Leupoldt den Teilnehmern Bilder, die angenehme oder unangenehme Gefühle wecken.

Die Auswertung ergab, dass die Bilder zum einen einen deutlichen Einfluss darauf hatten, wie wohl oder unwohl sich die Versuchsteilnehmer fühlten. Zum anderen war die affektive Unangenehmheit der Atemnot vor allem mit einer Aktivität im limbischen System (Insel, Amygdala) verbunden. Diese limbischen Areale sind seit längerem bekannt für die neuronale Verarbeitung von Emotionen und aversiven Sensationen wie Schmerz oder Ekel. Zudem seien sie vermutlich potenzielle Areale für die Interaktion von psychischen Einflussfaktoren wie Angst oder Depression und Atemnot, so von Leupoldt.

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