Pulmonale Hypertonie wird meist spät diagnostiziert

STUTTGART (skh). Bei Patienten mit pulmonalarterieller Hypertonie (PAH) wird die Diagnose meist erst in fortgeschrittenen Stadien gestellt. Da die PAH insgesamt selten ist, sollten zumindest Patienten mit Kollagenosen, angeborenen Shuntvitien oder einer HIV-Infektion, die ein erhöhtes PAH-Risiko haben, systematisch gescreent werden.

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Verlässliche Daten zur Prävalenz der PAH liegen nicht vor. Die Zahlen schwanken zwischen 5 und 25 Erkrankten pro eine Million Einwohner. Daran hat Privatdozent Stephan Rosenkranz von der Universität Köln erinnert.

Daten von fast 700 Patienten aus einem französischen Register belegen zum Beispiel, dass etwa 32 Prozent der Patienten eine assoziierte Form der PAH (APAH) hatten, meist in Verbindung mit einer Kollagenose, einem angeborenen Herzfehler mit Shunt oder einer HIV-Infektion. Fast 40 Prozent hatten eine idiopathische PAH (IPAH), wie Rosenkranz bei einem Symposium des Unternehmens Actelion berichtete. Zum Zeitpunkt der Diagnose waren 75 Prozent der Patienten schon in den NYHA-Stadien III oder IV.

Nach Daten aus einem Register des Unternehmens von etwa 5000 PAH-Patienten aus ganz Europa haben sogar 47 Prozent eine APAH und 38 Prozent eine IPAH. Von den Patienten aus dem Register wurden in der Zeit zwischen Mai 2002 und November 2004 etwa 1900 spezifisch mit dem Endothelin-Antagonisten Bosentan (Tracleer®) behandelt. Die Zeit vom Beginn der Symptome bis zur Diagnose habe bei den Patienten aus beiden Registern im Durchschnitt zwei Jahre und drei Monate betragen, so Rosenkranz.

Pulmonalarterieller Druck lässt sich indirekt messen

Die wichtigsten Screening-Instrumente seien die Bestimmung der Sechs-Minuten-Gehstrecke mit einem standardisierten Laufbandtest und die Untersuchung des rechten Herzens per Echokardiografie. Mit der Echokardiografie könne zudem der pulmonalarterielle Druck indirekt gemessen werden. Zur Sicherung der Diagnose sei allerdings die Untersuchung per Rechtsherzkatheter in einem spezialisierten PAH-Zentrum der Goldstandard, betonte Rosenkranz.



STICHWORT

6-Minuten-Gehtest

Beim Sechs-Minuten-Gehtest wird die Distanz gemessen, die ein Patient in sechs Minuten auf ebener Strecke zurücklegen kann, ohne kurzatmig zu werden. Das Testergebnis korreliert mit dem Schweregrad der Dyspnoe, der Lungenfunktion und der subjektiv empfundenen Lebensqualität der Patienten. Liegt die Gehstrecke über 332 Meter, so ist nach Studiendaten eine durchschnittliche 3-Jahres-Überlebenschance von 90 Prozent anzunehmen. (skh)

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