Direkt zum Inhaltsbereich

US-Studie

Rauchen in der Schwangerschaft verdoppelt Risiko für Plötzlichen Kindstod

Rauchen in der Schwangerschaft schadet. Das steht außer Frage. Ab welcher Zigarettenzahl und in welchem Maß das der Fall ist, haben US-Forscher nun ermittelt.

Katharina GrzegorekVon Katharina Grzegorek Veröffentlicht:
Jede einzelne Zigarette in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für einen plötzlichen Kindstod beim späteren Nachwuchs.

Jede einzelne Zigarette in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für einen plötzlichen Kindstod beim späteren Nachwuchs.

© JackF / stock.adobe.com

SEATTLE. Wie stark Rauchen in der Schwangerschaft das Risiko von Plötzlichem Kindstod erhöht, haben US-Forscher untersucht (Pediatrics 2019; online 11. März). Nach ihren Berechnungen verdoppelt das Rauchen selbst einer Zigarette täglich das Risiko von Plötzlichem Kindestod, teilt das Seattle Children‘s Hospital mit.

Bei Frauen, die im Durchschnitt eine bis 20 Zigaretten pro Tag rauchten, erhöhe sich das Risiko für Plötzlichen Kindstod beim Nachwuchs linear um 0,07 mit jeder zusätzlichen Zigarette. Ab 20 Zigaretten wurde ein Risikoplateau erreicht. Würde keine Schwangere mehr rauchen, könnte sich die Raten an Plötzlichem Kindstod in den USA um 22 Prozent verringern, heißt es in der Mitteilung.

Die Forscher um Dr. Tatiana Anderson vom Seattle Children‘s Center of Integrative Brain Research, analysierten mittels Computermodellen die mütterlichen Rauchgewohnheiten für alle US-Lebensgeburten zwischen 2007 und 2011. Von den etwa 20 Millionen lebend geborenen Babys, die in die Analyse einbezogen wurden, seien 19.000 an Plötzlichem Kindstod gestorben.

Außer dem gesamten Zigarettenkonsum betrachteten die Wissenschaftler auch, wie das Rauchen vor der Schwangerschaft, sowie die Rauchreduktion oder der Rauchstopp während der Schwangerschaft das Kindstodrisiko beeinflussen.

Das Ergebnis: Verglichen mit den Schwangeren, die ihr Rauchverhalten während der Schwangerschaft nicht änderten, hatten die Babys von Frauen, die ihren Zigarettenkonsum bis zum dritten Trimenon reduzierten, ein um 12 Prozent geringeres Risiko für Plötzlichen Kindstod. Ein erfolgreicher Rauchstopp war mit einer 23-prozentigen Risikoreduktion assoziiert, so das Seattle Children‘s Hospital.

Die Analyse habe auch ergeben, dass Babys von Müttern, die bis zu drei Monate vor der Schwangerschaft rauchten und im ersten Trimenon aufhörten, immer noch ein höheres Risiko für Plötzlichen Kindstod hatten verglichen mit Nichtraucherinnen.

Die Autoren erhoffen sich, dass Ärzte mithilfe dieser Daten ihre Patientinnen besser zu ihren Rauchgewohnheiten beraten können. (grz)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Podcast Dr. Nele Frerksen-Kirschner

© Porträt: Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Universitätsklinik Aachen | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zähneknirschen

Wann Hausärzte an Bruxismus denken sollten – und was dann zu tun ist

Lesetipps
Arzt füllt Rezept aus

© Bernhard Schmerl / stock.adobe.com

Verordnungen

Praxisbesonderheiten werden erst bei neuen Vereinbarungen abgeschafft

Blutgefäß mit Thrombose.

© Tinttrex / stock.adobe.com / Generated with AI

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht