Suchtkrankheiten

Rauchverbot auch im Auto? Auch dafür kein Konsens

BERLIN (dpa). Während Bund und Länder heftig darüber streiten, ob und unter welchen Bedingungen Rauchen in Gaststätten erlaubt oder verboten sein soll, macht die Drogenbeauftragte der Bundesregierung einen Vorstoß: Rauchen im Auto zu verbieten.

Veröffentlicht:

Das werde es nicht geben, reagierte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee umgehend: "Ich denke, wir sollten die Kirche im Dorf lassen." Auch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) wandte sich strikt gegen ein Verbot.

Die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing bestätigte der dpa, sie prüfe die Möglichkeit, Rauchen beim Autofahren zu verbieten. Wer etwa mit Kindern unterwegs sei und im Auto rauche, handele verantwortungslos. "Im Inneren des Fahrzeuges ist die Gesundheitsgefahr durch den Qualm schließlich um ein Vielfaches höher als in anderen Bereichen." Tiefensee sagte dazu: "Hier handelt es sich um den privaten Bereich, genauso wie in Wohnungen. Da käme auch keiner auf die Idee, das zu verbieten.".

Ein bundeseinheitliches Rauchverbot für Gaststätten wird immer unwahrscheinlicher. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten darüber am Freitag in Hannover. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) rechnet nicht damit, dass die Gesundheitsministerkonferenz ein Rauchverbot für Gaststätten beschließt. "Ich glaube, dass das eher bei den Beratungen der Ministerpräsidenten zu Stande kommt in der Form, dass man sich hoffentlich über 80 Prozent der Regelungen gemeinsam einigt und dann vielleicht auch Alternativen hat", so Wulff. Er hielte es für "gar nicht schlecht, wenn es drei, vier Jahre zwei verschiedene Regelungen in unterschiedlichen Bundesländern gäbe".

Dann könne man Erfahrungen sammeln, welches das bessere Modell sei. Bätzing verlangte dagegen, den Weg für strikte Rauchverbote auch in der Gastronomie freizumachen. Sonst müsste noch einmal auf Bundesebene darüber diskutiert werden, ein Verbot über den Arbeitsschutz durchzusetzen.

Mehr zum Thema

Maßnahmenpaket

Luxemburg erlaubt Cannabisanbau für Eigenbedarf

Corona-Splitter der KW 42/2021

Dritte Impfung mit Comirnaty® frischt Schutz zuverlässig auf

Lauterbach-Plädoyer

„Cannabis-Ampel“ bekommt Gegenwind

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lange wurden Jugendliche nur als Zielgruppe für Corona-Impfungen wahrgenommen, nicht aber als Pandemieopfer. Das sorgt jetzt für volle Wartezimmer bei Therapeuten.

© Frank Hoermann / SvenSimon / picture alliance

Zi-Trendreport

Corona wirkt weiter auf Fallzahlen

Bei der Knie-Totalendoprothese gibt es einiges zu beachten, mahnt ein Orthopäde.

© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Appell des BVOU

Mehr Zurückhaltung bei der Indikation zu Knieendoprothesen!

Eher unbegründete Ängste und Unsicherheiten sollten nicht dazu führen, dass notwendige Impfungen bei Kindernoder Erwachsenen unterlassen werden.

© Mareen Fischinger / Westend61 / picture alliance

Kollegenratschlag

So impfen Ärzte bei Dermatosen richtig