Reha lohnt noch Jahre nach Schlaganfall

PROVIDENCE (ars). Bisher galt eine Rehabilitation hauptsächlich in den ersten sechs Monaten nach einem Schlaganfall als aussichtsreich. Doch jetzt ist belegt: Selbst noch Jahre später bessern sich motorische Defizite durch ein intensives Training, sei es Roboter-gestützt oder auf herkömmliche Art.

Veröffentlicht:

Dieses Ergebnis einer US-Studie wirft zugleich ein Schlaglicht auf die enorme Fähigkeit des Gehirns, geschädigte Nervenverbindungen zu reparieren. Folglich ist therapeutischer Nihilismus sogar noch lange nach einem Schlaganfall fehl am Platze.

Schlaganfall-Patient bei der Reha: Auch Jahre später profitieren Patienten. © Klaro

Schlaganfall-Patient bei der Reha: Auch Jahre später profitieren Patienten. © Klaro

© Klaro

Bei den 127 Patienten der Studie lag der Schlaganfall durchschnittlich knapp fünf Jahre zurück, bei einem sogar 24 Jahre. Die Forscher aus Providence hatten die Teilnehmer, die nach einem Schlaganfall vor mindestens sechs Monaten mittlere bis schwere Behinderungen am Arm zurückbehalten hatten, drei Gruppen zugeordnet: Zwei machten drei Monate lang dreimal wöchentlich je eine Stunde Bewegungstraining, die eine konventionell, die andere mit Roboter. Diese Geräte führen den Ober- und Unterarm bei wiederholten Bewegungen mit hoher Intensität. Die dritte Gruppe erhielt die übliche Betreuung mit Therapie je nach Bedarf (NEJM online).

Bei der Auswertung nach zwölf Wochen schnitt das Robotertraining bei den sensomotorischen Fähigkeiten zwar besser ab als die bloße Betreuung, aber schlechter als die herkömmliche Intensivtherapie. Gemessen wurde das mit dem Fugl-Meyer-Test, der für hemiparetische Patienten gedacht ist.

Auch mit der Stroke Impact Scale, in der die Patienten Alltagsfähigkeiten und Lebensqualität bewerten, brachte die Spät-Reha per Maschine nicht mehr Vorteile als die mit Physiotherapeut. Damit war das Robotertraining hinter den Erwartungen der Autoren zurückgeblieben. Etwas anders sah das Ergebnis nach 36 Wochen aus: Hier erwies sich die Robotertherapie im sensomotorischen Test der konventionellen Intensivtherapie nicht als unterlegen, und beide waren signifikant besser als die Standardbetreuung.

Wie ein Kommentator zu der Studie anmerkt, bleibt das Potenzial für die Roboter gestützte Rehabilitation enorm. Die Vorteile der Geräte liegen auf der Hand: Sie können den Patienten präzise und reproduzierbar über lange Zeit anleiten, ohne zu ermüden. Dabei lassen sich Dauer, Art und Weise sowie Intensität der Übungen steuern, und zugleich die Therapieerfolge objektiv messen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Unterschätztes Problem

Häufig Dauerkopfschmerz nach hämorrhagischem Insult

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps