Reizdarm-Schmerz mit Probiotika langfristig geringer

STUTTGART (hbr). Etwa 400 Bakterienarten leben in unserem Darm. Verteilt auf eine Darmoberfläche von 500 m² bringen sie ein Lebendgewicht von 700 Gramm auf die Waage. Die Bakterien stehen in einem fein austarierten Gleichgewicht zueinander, gerät es durcheinander, können Probiotika helfen.

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Zu den probiotischen Mikroorganismen zählen etwa Bifidobacterium breve sowie Lactobazillus casei, L. rhamnosus und L. plantarum. Sie können das mikrobielle Gleichgewicht im Gastrointestinal-Trakt unterstützen - etwa wenn die Darmflora durch eine Antibiotika-Einnahme empfindlich gestört wurde.

Das wurde etwa für den Verzehr von Jogurt mit Lactobazillus casei im Vergleich zu normalem Jogurt in einer Studie mit 258 Hortkindern untersucht: Nur mit dem Probiotikum verkürzte sich bei ihnen die Dauer der antibiotikabedingten Diarrhoe fast um die Hälfte. Das berichtete Dr. Helmut Förster aus Essen bei einer Veranstaltung von Orthomol in Stuttgart. Das Unternehmen hat mit Orthomol Immun Pro medizinische Probiotika im Programm.

Auch Patienten mit Reizdarmsyndrom können von Probiotika profitieren. Grund ist wahrscheinlich die veränderte Darmflora. Denn eine schwedische Untersuchung fand bei Reizdarm-Patienten signifikant geringere Zahlen für Lactobazillen und Bifidobakterien als bei Gesunden.

In einer randomisierten, kontrollierten Studie wurde die Wirksamkeit der Gabe von Probiotika bei solchen Patienten geprüft. Die 50 Teilnehmer litten seit mindestens einem viertel Jahr an typischen Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und intermittierenden abdominalen Schmerzen, so Förster. Zwei Wochen lang nahmen sie täglich entweder Lactobazillus plantarum und Bifidobacterium breve ein oder ein Placebo.

Nach 14 Tagen waren die Schmerzen, gemessen mit einer Schmerzskala, in der Placebogruppe bei 18 Prozent der Teilnehmer zurückgegangen. In der Verumgruppe fühlten sich 38 Prozent besser. Signifikant wurde der Unterschied aber erst nach 28 Tagen, als eine Schmerzreduktion nur noch bei elf Prozent der mit Placebo behandelten Patienten bestand. Dafür stuften jetzt 52 Prozent der probiotisch Behandelten ihre Schmerzen als geringer ein. Auch andere Symptome, etwa Blähungen, hatten bei ihnen abgenommen.

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