Direkt zum Inhaltsbereich

Rheuma-Frühdiagnose für Hausärzte vereinfacht

NEU-ISENBURG (hub). Die Diagnose von Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) ist für Hausärzte einfacher geworden. Sie dürfen seit 1. Juli einen hochspezifischen RA-Marker zulasten der GKV bestimmen lassen: Antikörper gegen zyklische citrullinierte Peptide (CCP).

Veröffentlicht:

"Jetzt kann der Hausarzt seine Verdachtsdiagnose auf RA selbst sichern", sagt Professor Elisabeth Märker-Hermann aus Wiesbaden. "CCP-Antikörper und Rheumafaktoren sind bei der Labordiagnose als ein Pärchen zu betrachten und sollten immer gemeinsam bestimmt werden", so die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie zur "Ärzte Zeitung".

Die Diagnosesicherheit der beiden Marker zusammen ist extrem hoch: Sind beide positiv, ist die RA praktisch gesichert. "Allerdings handelt es sich nur um eine Bestätigungsdiagnose", warnt Märker-Hermann. Sind beide Marker negativ, schließt das eine RA nicht aus. Denn die Sensitivität von Rheumafaktoren und CCP-Antikörpern liege bei je nur etwa 60 Prozent.

Immer, wenn der Hausarzt bei einem Patienten den Verdacht auf RA hat, lohne sich die Bestimmung von CCP-Antikörpern und Rheumafaktoren. Der Verdacht besteht, wenn zwei oder mehr Gelenke geschwollen sind, Morgensteifigkeit von über einer Stunde besteht und die BSG- oder CRP-Werte erhöht sind.

Sind bei einem Patienten mit RA-Verdacht die beiden Marker nicht positiv, könne auch eine Kollagenose vorliegen. "Kollagenosen - etwa ein systemischer Lupus erythematodes - machen in ihrer Frühform Gelenksymptome wie eine RA", erinnert Märker-Hermann. Dann sollten antinukleäre Antikörper (ANA) als Kollagenosemarker bestimmt werden.

Patienten mit RA-Verdacht, ob mit oder ohne Laborbestätigung, sollten immer zum Rheumatologen überwiesen werden. Bis zum Termin kann der Hausarzt bei bestätigter RA durch positive Rheumafaktoren und CCP-Antikörper bereits mit der Therapie beginnen - etwa mit Diclofenac oder niedrig dosierten Glukokortikoiden. In jedem Fall muss der klinische Befund eindeutig dokumentiert werden.



STICHWORT

CCP-Antikörper

Antikörper gegen zyklische citrullinierte Proteine (CCP) sind hoch spezifisch für Rheumatoide Arthritis (RA). Und: Patienten mit unklarer Arthritis entwickeln häufig RA, wenn initial CCP-Antikörper nachweisbar sind. Auch können CCP-Antikörper oft schon Jahre vor dem ersten Auftreten von Symptomen nachgewiesen werden. Sie eignen sich daher für die Differenzialdiagnose zwischen sehr frühen Formen einer RA und anderen entzündlichen Gelenkerkrankungen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sonderbericht

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Lesetipps
Eine Frau geht Walken im Park. Man sieht nur ihre Beine.

© Robert Kneschke / AdobeStock

Cochrane-Update

Körperliches Training hilft wohl doch kaum bei Hüftarthrose

Arzt mit einem Modell des männlichen Harntrakts in der Hand spricht mit einem Patienten.

© Peakstock / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Bei urologischen Problemen: Fragen Sie Chatbot „Urobert“

Die Wissenschaftler arbeiten mit der Annahme, dass die Zellen nach dem „Auftauen“ ihre normalen physiologischen Prozesse wieder aufnehmen.

© Tomorrow.bio

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben