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Grundlagenforschung

Riesige Studie zu Genen für Adipositas

Mehr als 140 Gene beeinflussen die Veranlagung zu Übergewicht und Fettleibigkeit.

Veröffentlicht:

NEUHERBERG. In der bislang größten genomweiten Assoziationsstudie hat ein internationales Forscherteam für über 140 Gene einen Zusammenhang mit dem Auftreten von Übergewicht und Fettleibigkeit nachgewiesen.

Einige der neu identifizierten Genorte weisen auf eine Beteiligung des zentralen Nervensystems hin (Nature 2015; 518: 197-206).

Die Wissenschaftler des internationalen GIANT (Genetic Investigation of Anthropometric Traits)-Konsortiums analysierten das Erbgut von über 300.000 Individuen.

Dabei identifizierten sie auch völlig neue Genorte. Das Wissen über die genetische Veranlagung sei wichtig, um mehr über die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen herauszufinden und neue, personalisierte Therapiekonzepte zu entwickeln, so eine Mitteilung des Helmholtz Zentrums München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt in Neuherberg.

Die Genorte seien in unterschiedlichem Ausmaß mit verschiedenen Merkmalen von Übergewicht assoziiert, wie Taillenumfang, Fettverteilung oder Body-Mass-Index (BMI). Einige der 97 mit einem erhöhten BMI-assoziierten Gene - das sind dreimal so viele Gene wie bislang bekannt - sind auch an Prozessen des zentralen Nervensystems beteiligt: Sie kontrollieren Energieumsatz und Appetit.

Hier erhoffen die Wissenschaftler sich neue Erkenntnisse zur Rolle des Gehirns bei der Steuerung des Stoffwechsels. Weiterhin konnte für mehrere Genvarianten ein verstärkter Gewichtseffekt in Abhängigkeit vom Geschlecht nachgewiesen werden.

Die Forschung stehe nun vor der Herausforderung, das Zusammenspiel zwischen Genfunktionen und dem Risiko für Übergewicht aufzuklären, um Ansätze für Prävention und Therapie zu entwickeln. (eb)

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