Adipositas

Rimonabant senkt nicht nur Gewicht, sondern auch HbA1c

BARCELONA (ner). Übergewichtige Patienten mit Diabetes oder Dyslipidämie profitieren besonders von dem neuen CB1-Rezeptorantagonisten Rimonabant: Die Substanz hilft nicht nur beim Abnehmen, sie verbessert auch das Lipidprofil und die Blutzuckerwerte.

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Dies gelte insbesondere auch für Diabetiker und für Personen mit Dyslipidämie, sagte Professor Philippe G. Steg aus Paris beim Weltkardiologie-Kongreß in Barcelona. Der Kardiologe verwies auf die einheitlichen Ergebnisse der vier großen RIO-Studien (Rimonabant in Obesity) mit mehr als 6600 übergewichtigen und adipösen Patienten.

Mit 20 mg Rimonabant (Acomplia®) kam es zur signifikanten Reduktion des Körpergewichts im Vergleich zu Placebo um durchschnittlich 8,5 kg, ein Effekt, der auch nach zwei Jahren Therapie noch anhielt, sagte Steg bei einem vom Unternehmen Sanofi-Aventis unterstützten Satellitensymposium.

Patienten, die nach einjähriger Behandlung auf Placebo gewechselt hatten, nahmen dagegen wieder an Gewicht zu. Diese Daten sprechen daher für eine Dauertherapie, sagte Steg. Kombiniert werden sollte die Behandlung mit einer kalorienreduzierten Diät und körperlicher Bewegung.

Steg betonte zudem die positiven Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel. So stieg zum Beispiel der HDL-Wert im Vergleich zu Placebo um durchschnittlich acht bis neun Prozent. Bei Typ-2-Diabetikern, die auf Metformin oder Sulfonylharnstoffe eingestellt waren, bewirkte die Therapie außer der Gewichtsreduktion auch verbesserte Nüchternblutzuckerwerte sowie eine signifikante Senkung des HbA1c um 0,6 bis 0,7 Prozentpunkte.

Die Verbesserung des Lipid- und Blutzuckerprofils lasse sich nach den RIO-Daten jedoch nur zur Hälfte auf eine reine Gewichtsabnahme zurückführen, der Rest sei durch eine direkte Wirkung von Rimonabant im Endocannabinoid-System bedingt.

Ausführlich ging Steg auf die Verträglichkeit der kürzlich in Deutschland eingeführten Substanz ein. In den RIO-Studien kam es mit Rimonabant im Vergleich zu Placebo häufiger zu Übelkeit (12 versus 5 Prozent), zu etwas mehr Infektionen der oberen Atemwege (12,4 versus 11,4 Prozent), Durchfällen (6,3 versus 4,8 Prozent) und Ängstlichkeit (5,6 versus 2,4 Prozent). Insgesamt seien die unerwünschten Wirkungen aber mild und sie träten nur vorübergehend auf. So brachen nur 1,4 Prozent der Patienten die Therapie wegen Übelkeit ab.

Insgesamt lag die Abbruchrate in den Verumgruppen bei knapp 14 Prozent, unter Placebo bei sieben Prozent. Im zweiten Behandlungsjahr gab es keine Unterschiede zu Placebo mehr.

Weitere Infos zum Kongreß unter www.escardio.org

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