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Risiken für Schmerzausweitung identifiziert

US-amerikanische Forscher haben in einer Studie bei Patienten mit chronischen Nacken- oder Rückenschmerzen sieben Risikofaktoren ermittelt, die mit einer Ausweitung chronischer Schmerzen auch in andere Körperareale (chronic widespread pain) assoziiert sind.

Dr. Ulrike MarondeVon Dr. Ulrike Maronde Veröffentlicht:
Etwa jeder vierte Patient mit chronischen Nacken- oder Rückenschmerzen entwickelt innerhalb weniger Jahre chronische Schmerzen auch in anderen Körperregionen (chronic widespread pain).

Etwa jeder vierte Patient mit chronischen Nacken- oder Rückenschmerzen entwickelt innerhalb weniger Jahre chronische Schmerzen auch in anderen Körperregionen (chronic widespread pain).

© gualtiereo boffi / panthermedia.net

GAINESVILLE. Bei etwa einem Viertel der Patienten mit chronischen Kreuz- oder Nackenschmerzen entwickeln sich innerhalb weniger Jahre chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen (CWP, chronic widespread pain). US-amerikanische Forscher haben jetzt in einer Studie sieben Risikofaktoren identifiziert, die die Progression von regionalen Schmerzen zu CWP begünstigen (J Pain 2010 online).

In ihre Studie haben die Forscher Patienten einer Schmerzklinik einbezogen, die in den Jahren 2001 / 2002 wegen chronischer Rücken- oder Nackenschmerzen behandelt wurden. Damals hatten die Patienten bei der Klinikaufnahme auf einem Fragebogen Angaben zu ihren Schmerzen gemacht. Dieser Fragebogen enthielt zudem ein Körperschema, in dem sie die genaue Lokalisation der Schmerzen markieren sollten. 2007 wurde ihnen ein ähnlicher Fragebogen zugeschickt, der zusätzlich auch Fragen zur Familienanamnese der CWP sowie zu jenen Begleiterkrankungen enthielt, für die eine zentrale Sensitivierung für Schmerzen vermutet wird; hierzu gehören Reizdarm-Syndrom, Reizblasen-Syndrom, Restless-Legs-Syndrom und Migräne.

Die Auswertung der Daten von 512 Patienten (432 mit Rücken- und 80 mit Nackenschmerzen) ergab: Bei 23 Prozent hatte sich innerhalb von sechs Jahren eine CWP entwickelt, die als Ausweitung der Schmerzen in mindestens drei weitere Körperregionen definiert war. Der Vergleich der Gruppe mit und ohne CWP verdeutlicht, dass sieben Faktoren mit der CWP-Entwicklung assoziiert sind:

  • mittelstarke und starke Schmerzen - hier ist die CWP-Rate jeweils drei- und fünfmal höher als bei leichten Schmerzen,
  • weibliches Geschlecht,
  • Familienanamnese für CWP,
  • schmerzbedingte starke Beeinträchtigung der allgemeinen Aktivität,
  • Anamnese für Missbrauch als Kind oder Erwachsener,
  • mindestens eine der genannten Begleiterkrankungen,
  • Nutzung mehrerer Schmerzmanagement-Strategien wie Entspannungsverfahren, kognitive und medikamentöse Therapien sowie komplementäre Therapien (zum Beispiel Akupunktur, Massage, Chirotherapie).

Dagegen fand sich kein Zusammenhang mit der 2001 / 2002 erfassten Schmerzdauer, dem Alter der Patienten, der Zahl der depressiven Symptome, der Zahl der Operationen am Nacken oder Rücken vor Klinikaufnahme, der Zahl der eingenommenen Medikamente verschiedener Medikamentenklassen oder dem Erhalt einer Erwerbsunfähigkeitsrente.

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