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COPD-Patienten

Risiko-Score für Lungenkrebs

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. COPD-Patienten haben ein stark erhöhtes Risiko für Lungenkarzinome. Nun wurde ein Score entwickelt, um besonders gefährdete Patienten zu identifizieren (MMW-Fortschr. Med. 2015; 157(4).

Um den prädiktiven Score zu entwickeln, wurden zwei große Datenbänke zur Früherkennung des Lungenkarzinoms aus Europa und den USA analysiert: das Pamplona International Early Cancer Detection Program (P-IELCAP) und die Pittsburgh Lung Screening Study (PLuSS).

Zunächst wurden innerhalb der PLuSS-Datenbank durch logistische Regressionsanalysen Faktoren bestimmt, die unabhängig mit einem Lungenkarzinom assoziiert waren.

Daraus wurde der COPD Lung Cancer Screening Score (COPD-LUCSS), entwickelt und innerhalb der P-IELCAP-Datenbank validiert. Das Lungenkarzinom-Risiko ist nach den Berechnungen aus Datenbanken bei 0-6 Score-Punkten niedrig und bei 7-10 Punkten hoch (Am J Respir Crit Care Med. 2015; 191: 285-91).

Es liegt in der zweiten Gruppe 3,5-mal höher als in der ersten. Die meisten Score-Punkte ergab den Berechnungen zufolge der radiologische Nachweis eines Lungenemphysems (4 Score-Punkte), gefolgt von einem Alter über 60 Jahre (3 Score-Punkte), inhalativem Zigarettenrauchen über mehr als 60 Packungsjahre (2 Score-Punkte) und einem BMI unter 25 kg/m2 (1 Score-Punkt).

Dieser interessante Score scheint angesichts der guten Analyse der Datenbanken sehr valide zu sein, kommentiert Professor Kurt Rasche aus Wuppertal die aktuelle Studie (MMW-Fortschr. Med. 2015; 157(4).

Er sei im klinischen Alltag leicht anzuwenden, da die benötigten Patientendaten ohnehin vorliegen sollten. Dabei sei der Einfluss höheren Alters, niedrigen Körpergewichts und einer langjährigen Raucheranamnese nicht verwunderlich.

Pathophysiologisch interessant und noch nicht endgültig aufgeklärt sei aber, dass auch ein Lungenemphysem ein wesentlicher Prädiktor für das Lungenkarzinom-Risiko bei COPD-Patienten ist — sogar mit hoher Gewichtung. (eb)

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