Risikofaktor für Multiples Myelom identifiziert

HOMBURG/SAAR (eb). Die Arbeitsgruppe um Professor Michael Pfreundschuh und Dr. Sandra Grass am Universitätsklinikum Homburg/Saar hat den ersten molekularen Risikofaktor für das Plasmozytom (Multiples Myelom) identifiziert.

Veröffentlicht:

Bei Risikopatienten liegt eine Veränderung im Erbgut vor, die dazu führt, dass das Eiweißmolekül Paratarg-7 in abgewandelter Form synthetisiert wird.

Das Protein Partag-7 scheint ein gefährliches Immunstimulans zu sein. Die Arbeitsgruppe um Grass und Pfreundschuh konnte nun erstmals zeigen, dass bei etwa 15 Prozent der untersuchten Plasmozytom-Patienten in Deutschland Antikörper vorliegen, die spezifisch gegen dieses Eiweiß gerichtet sind.

Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass bei Plasmozytom-Patienten das Paratarg-7 gegenüber dem gesunder Personen verändert ist: Es trägt eine zusätzliche Phosphatgruppe. Für Träger dieses Eiweißes besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Plasmozytom zu erkranken.

Familienanalysen belegen darüber hinaus, dass Menschen mit einem veränderten Paratarg-7-Molekül diese Eigenschaft dominant vererben. Damit liefern die Ergebnisse der Homburger Mediziner auch eine Erklärung für das familiär gehäufte Auftreten von Plasmozytomen.

Die Arbeitsgruppe will nun untersuchen, ob sich entsprechende Ergebnisse auch bei anderen ethnischen Gruppen, etwa bei Afrikanern oder Japanern, finden (Cancer Sci. online).

Zudem wollen die Mediziner klären, ob Paratarg-7 auch bei ähnlichen Blutkrebsformen, zum Beispiel dem Immunozytom (Morbus Waldenström), von Bedeutung ist (Blood online). Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 130.000 Euro.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg

inMIND-Studie

Neuer Standard fürs refraktäre follikuläre Lymphom in Sicht

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

© jarun011 / stock.adobe.com

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps