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Kommentar zum Husten

Röntgen meist verzichtbar

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

Mit Anamnese und Stethoskop lässt sich in 70 von 100 Fällen akuten Hustens die Diagnose stellen - darauf weist die Leitlinie "Husten" der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin hin.

Die Leitlinie wird derzeit überarbeitet. Doch dass die Diagnostik bei simplem Husten nur ausnahmsweise Apparatemedizin benötigt, wird bestimmt auch in der revidierten Fassung zu lesen sein.

Wie selten Röntgenaufnahmen des Thorax bei akutem Husten Wesentliches zutage fördern, hat eine Studie mit Hausarztpatienten erneut gezeigt. Eine akute Bronchitis war bei 8 Prozent zu erkennen, doch hätte es dafür vermutlich keiner Röntgenstrahlen bedurft.

5 Prozent der Patienten hatten eine Pneumonie. Um eine solche zu bestätigen oder auszuschließen, empfehlen selbst die Leitlinien, radiologischen Rat einzuholen. Und bei rund 3 Prozent der Patienten fanden sich relevante Zufallsbefunde.

Zwar können hinter vermeintlich banalen Symptomen ernste Leiden stecken. Das heißt aber nicht, dass sich jeder Patient mit Husten zum Radiologen begeben sollte.

Die Studie belegt: Kein Arzt muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn er akut hustenden Patienten das Röntgen erspart - und sich stattdessen auf seine fünf Sinne verlässt.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Akuter Husten: Röntgen bringt nicht viel

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Kommentare
Karin Koch 23.01.201317:07 Uhr

Bei unerklärlichem Husten immer auch an Lungenkrebs denken!

Patient erstmals wegen Husten Januar 2012 in Hausarztpraxis.
Therapie: Hustentropfen.
März 2012 immer noch Husten -> Überweisung zum Lungenfacharzt.
Röntgen Thorax - CT Thorax -> Ergebnis: Verdacht auf Bronchialkarzinom.
Bestätigung Mitte März durch Bronchoskopie.
Tumorwachstum weit fortgeschritten.
Tod des Patienten Anfang November 2012.

Dr. Thomas Georg Schätzler 05.12.201210:35 Uhr

"Houston, wir haben ein Problem!"

Der Kommentar "Röntgen meist verzichtbar" ist m. E. medizinisch fragwürdig. Denn nur auf Grund einer Studie, in der Patienten mit banalem Husten von bis zu 28 Tagen Dauer als Hauptsymptom ausnahmslos Thorax-Röntgen erhielten und die Studienautoren statistischen Datensalat offerierten, bleibt dieser ÄZ-Beitrag, bei Husten auf Röntgen-Thorax zu verzichten, problematisch.

Allein Anamnese, klinische Befunde und Diagnosestellung auf Grund ärztlicher Untersuchung sollten zu differenzierter Röntgendiagnostik führen. Dabei war diese Studie nicht hilfreich.

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