Direkt zum Inhaltsbereich

Salmonellen durch schlechte Hygiene in Kliniken?

DORTMUND/FULDA (dpa/mut). Ein Fruchtjogurt hat offenbar den jüngsten Salmonellenausbruch in einer Dortmunder Klinik ausgelöst. Ähnlich wie bei dem Ausbruch in Fulda rätseln Experten jedoch, weshalb sich damit so viele Menschen infizieren konnten - dies wirft kein gutes Licht auf die Hygieneverhältnisse in einigen deutschen Kliniken.

Veröffentlicht:

Kaum war die Infektionswelle im Klinikum Fulda mit 270 Erkrankten abgeebbt, machten Salmonellen in einer Dortmunder Klinik Patienten und Mitarbeitern zu schaffen. Inzwischen ist dort die Zahl der erkrankten Personen auf 67 gestiegen, doch offenbar hat man die Infektionsquelle etwas schneller gefunden als in Fulda: Ein mit Erregern kontaminierter Fruchtjogurt gilt als Hauptursache für die Erkrankungen. Dies habe die Untersuchung einer Lebensmittelprobe ergeben, teilte die Klinik mit.

Der Jogurt war vor eineinhalb Wochen ausgegeben worden. Noch unklar ist, wie die Salmonellen in den Jogurt gekommen sind. Hygienemängel oder salmonelleninfizierte Mitarbeiter könnten die Ursache für die Kontamination sein. Davon ist mittlerweile auch in Fulda auszugehen.

Dort wird außer verschiedenen Nachspeisen inzwischen auch eine Salatsauce als Auslöser des Ausbruchs verdächtigt. Sie wurde am 11. Mai hergestellt und war eindeutig mit den Keimen belastet. Allerdings gab es die ersten Erkrankungen bereits bei Klinik-Mitarbeitern Ende April, offenbar durch ein am 25. April hergestelltes Apfelmus-Sahne-Dessert. Die Patienten des Klinikums hatten von dem Dessert aber nichts bekommen. Sie infizierten sich nach jetzigem Stand über die Salatsauce und weitere Nachspeisen, etwa eine Diabeteskost.

Auszugehen sei davon, dass "die Verunreinigung der Lebensmittel im Bereich der Küche erfolgte", so das Klinikum. Gemeint ist damit wohl, dass infizierte Mitarbeiter das Essen unbeabsichtigt verunreinigten. Dies, so Professor Klaus Stark vom Robert-Koch-Institut zur "Ärzte Zeitung" sei nur unter Verletzung von Hygienevorschriften möglich, etwa, wenn Mitarbeiter nach der Toilette nicht die Hände waschen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Schlamperei bei der Hygiene ?

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Seltene Erkrankungen

Primäre Immundefekte: Warnzeichen und Tipps fürs Labor

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Daten aus Japan

Extreme Hitze scheint Demenz zu beschleunigen

Arbeitserleichterung

So schenkt KI Ärztinnen und Ärzten mehr Zeit für Patienten

Lesetipps
Ein alter Patient sitzt einer jüngeren Ärztin gegenüber.

© Ben / stock.adobe.com / generated AI

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland