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Neue Studie

Schaden Elektroautos Herzschrittmachern?

In einer Studie wurden Schrittmacher- und ICD-Patienten dem elektromagnetischen Feld von vier gebräuchlichen Elektroautos ausgesetzt.

Veröffentlicht:

BERLIN. Entwarnung für herzkranke Lenker von Elektroautos, die einen implantierten Herzschrittmacher oder Defibrillator tragen: Die aktuell eingesetzten Elektroautos führen nicht zu elektromagnetischen Wechselwirkungen und in der Folge nicht zu Störungen solcher Implantate mit potenziell gefährlichen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Zu diesem Ergebnis sei ein Forscherteam vom Deutschen Herzzentrum München gekommen, nachdem es 108 Schrittmacher- und ICD-Patienten untersucht hatte, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zu den DGK-Herztagen 2018 in Berlin.

Die Studienteilnehmer seien dem elektromagnetischen Feld von vier gebräuchlichen Elektroautos (Nissan Leaf, Tesla Model S, BMW i3, VW eUp) ausgesetzt worden. Schrittmacher- oder ICD-Fehlfunktionen während des Fahrens oder des Aufladens der Elektroautos seien durch EKG-Überwachung und Device-Abfragen untersucht worden.

"Es wurden keine Geräte-Fehlfunktionen oder Umprogrammierungen beobachtet. Das elektromagnetische Feld im Fahrzeuginneren war mit 2.0 bis 3.6 Mikrotesla klein, das heißt die Fahrgastzellen sind gut abgeschirmt", wird Studien-Erstautor Dr. Amir Brkic in der Mitteilung zitiert.

Die Patienten wurden im Rahmen einer Routine-Geräte-Kontrolle in die Studie eingeschlossen. Die Untersuchung auf potenzielle Interferenzquellen erfolgte auf einem Rollenprüfstand für Autos unter standardisierten Bedingungen in Kooperation mit Wissenschaftlern für Fahrzeugtechnik. Die Patienten fuhren im Rahmen des Tests die Fahrzeuge unter Lastwechseln und beschleunigten auch über 100km/h.

Die größten elektromagnetischen Felder (EMF) wurden während des Ladevorgangs identifiziert (bis 116 Mikrotesla ). Brkic: "Der Ladevorgang stellt die potenziell gefährlichere EMF-Exposition dar und sollte in Hinblick auf die Schnellladetechnik weiter untersucht werden."

Elektroautos werden immer häufiger als öffentliches oder privates Verkehrsmittel eingesetzt und stellen eine potenzielle Interferenzquelle (EMI) für Schrittmacher- oder Defibrillatorträger dar. Die mögliche Beeinträchtigung von Patienten mit implantierten Schrittmachern oder Defibrillatoren reicht von einer unnötigen Nutzungseinschränkung bis zur lebensbedrohlichen Fehlfunktion des implantierten Geräts, erinnert die DGK. (eb)

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