Kommentar zur Schlaganfallbehandlung

Schnelle Lyse für mehr Hirn

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Bei einem Schlaganfall zählt bekanntlich jede Minute: Je früher die Patienten in die Klinik kommen, umso besser ist die Prognose. Das Haupthindernis für eine frühe Therapie sind zum Großteil die Patienten selbst, die viel zu spät den Notarzt rufen.

Das ist auch der Hauptgrund, weshalb bisher nur ein Bruchteil der Schlaganfallpatienten eine Lysetherapie erhält.

Doch wenn schon den Patienten nicht klar ist, dass in ihrem Hirn eine Uhr zu ticken beginnt, sobald ein wichtiges Gefäß verstopft ist, so sollten wenigstens Ärzte alles tun, um den Thrombus schnellstens zu entfernen. Lange Wartezeiten in der Stroke-Unit sind da sicher nicht hilfreich.

Wie sich die Prozesse in der Klinik optimieren lassen, das haben finnische Ärzte eindrucksvoll gezeigt, indem sie die Zeit von der Einweisung bis zur Lysenadel auf nur 20 Minuten senken konnten - von einer derart schnellen Behandlung können Patienten in vielen deutschen Zentren vermutlich nur träumen.

Die gute Nachricht ist: Der Erfolg mit dem sogenannten Helsinki-Protokoll lässt sich auch in Kliniken anderer Länder reproduzieren.

Vielleicht lohnt es sich ja auch für Stroke-Units in Deutschland, etwas mehr Hirn in die Optimierung ihrer Abläufe zu stecken. Den Hirnen der Patienten könnte das nur gut tun.

Lesen Sie dazu auch: Schlaganfall: Protokoll reduziert Zeit bis zur Lyse um die Hälfte

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