Schneller zum Rheumatologen - das ist auch ein Verdienst der Hausärzte

HAMBURG (hub). Patienten mit Verdacht auf Rheumatoide Arthritis (RA) kommen heute schneller zum Rheumatologen als früher. Das ist auch ein Verdienst der Hausärzte: Sie filtern die Patienten effektiver.

Veröffentlicht:

Vor zehn Jahren war nur jeder fünfte Patient mit RA innerhalb der ersten sechs Monate beim Rheumatologen, heute schon jeder zweite. "Hausärzte kennen die RA-Verdachtskriterien besser, sie wählen effektiver aus, welche Patienten eine Vorstellung beim Facharzt benötigen", sagte Professor Wolfgang Rüther von der Rheuma-Klinik Bad Bramstedt im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Dabei sieht Rüther auf der fachärztlichen Seite sowohl internistische als auch orthopädische Rheumatologen als Partner des Hausarztes. "Haben Patienten Morgensteifigkeit und Fingergelenkschwellungen, sind sie auch beim Orthopäden gut aufgehoben", so Rüther. Denn von Gelenkerkrankungen verstünden die richtig viel. Die Kooperation zwischen internistischen Rheumatologen und Orthopäden ist eines der Hauptthemen des in Hamburg stattfindenden Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, dessen Präsident der Orthopäde Rüther ist.

Und was sollen Hausärzte mit Patienten mit RA-Verdacht bis zur Vorstellung beim Facharzt machen? "Was die Patienten am meisten ärgert, sind doch die Schmerzen", sagte Rüther. Es spreche nichts dagegen, eine Schmerztherapie mit NSAR einzuleiten. "Das Problem, dass damit die Klinik etwas verschleiert wird, kennen Hausärzte doch auch von anderen Erkrankungen." Das müsse mit den Patienten besprochen und die Symptome müssten richtig dokumentiert werden. Bereits mit einer Steroidtherapie zu beginnen, sieht Rüther kritisch. Das sei in der Regel etwas für den Spezialisten, der sich mit der medikamentösen Therapie für Patienten mit RA gut auskennt.

Und die Therapie ist besser geworden, was man auch an der Rheumachirurgie sehe, so Rüther. "Vor zehn Jahren ging es bei Patienten mit RA meist um Synovektomien, heute geht es meist um die Rekonstruktion der Gelenke." Weit fortgeschritten sei auch die Endoprothetik. Miniaturisierung heißt hier der Trend. "Die Prothesen werden kleiner, die operativen Eingriffe weniger invasiv und die Klinikaufenthalte kürzer", so Rüther. "Das läuft bei rekonstruktiven Eingriffen auf Hochtouren."

Bei www.rheumanet.org (Praxis- und Klinikwegweiser) sind Rheumatologen verzeichnet.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Retrospektive Analyse

Knie-TEP: Bei wem ist das Risiko für Instabilität erhöht?

Das könnte Sie auch interessieren
Innovationsforum für privatärztliche Medizin

© Tag der privatmedizin

Tag der Privatmedizin 2025

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer und Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, hofft, dass das BMG mit der Prüfung des Kompromisses zur GOÄneu im Herbst durch ist (Archivbild).

© picture alliance / Jörg Carstensen | Joerg Carstensen

Novelle der Gebührenordnung für Ärzte

BÄK-Präsident Reinhardt: Die GOÄneu könnte 2027 kommen

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Medizinischer Infusions-Tropf mit buntem Hintergrund

© Trsakaoe / stock.adobe.com

Hochdosis-Therapie

Vitamin C bei Infektionen und Long-COVID

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Maximale Vitamin-C-Blutspiegel nach oraler (blau) und parenteraler (orange) Tagesdosis-Gabe.

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Infusion

Parenterale Gabe erzielt hohe Plasmakonzentrationen an Vitamin C

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Würfel springt von 5 auf 6 um. Dies symbolisiert den Jahreswechsel von 2025 auf 2026; dahinter Feuerwerk.

© Romolo Tavani / stock.adobe.com

Zum Jahresstart

Das ändert sich 2026 für Praxen

Eine ältere Frau ist gestürzt und liegt auf dem Boden.

© Rawpixel.com / stock.adobe.com

Gebrechliche Patienten

Hüft-Operation bei Herzpatienten: Wie sich Risiken minimieren lassen