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Schützt Metformin Diabetiker auch vor Krebs?

Seit 60 Jahren werden Typ-2-Diabetiker mit Metformin behandelt. Jetzt wurde belegt, dass bei Therapie mit der Substanz die Krebs-Rate um 40 Prozent erniedrigt ist.

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STOCKHOLM (Rö). Die erniedrigte Krebsrate bei Metformin-Therapie hat die Experten sehr überrascht. Die Daten wurden in retrospektiven epidemiologischen Studien und frühen Laborstudien erhoben. Mögliche Zusammenhänge und zugrunde liegende Mechanismen sind allerdings nicht geklärt, hat Professor Michael Pollak von der McGill Universität in Montreal in Kanada bei der europäischen Diabetestagung in Stockholm betont. "Es ist unklar, ob Metformin chemotherapeutisch der Entwicklung von Krebs vorbeugt, das Wachstum von Krebs bremst, oder beides", so Pollak. Metformin wirkt bei Typ-2-Diabetikern hauptsächlich in der Leber. Dort aktiviert es die AMP-aktivierte Protein-Kinase (AMPK), was zu einer verminderten Glukosesekretion der Leber führt und damit zu verminderten Glukosespiegeln. Aber es sei eine fundamentale Wirkung des Metformins, dass es die Produktion von Adenosin-Triphosphat (ATP) in Zellen vermindere.

Damit ergäben sich drei mögliche präventive Wege. Erstens: Mit den erniedrigten Glukose-Spiegeln sinken auch die Insulinspiegel - ein Teil der Karzinome wird durch Insulin zum Wachsen angeregt. Zweitens: Wenn Krebszellen einer genügend hohen Konzentration von Metformin ausgesetzt sind, könnte ihr Wachstum durch die geringere Energieversorgung der Zellen gebremst werden. Drittens könnten Zellen nicht erkennen, dass Metformin ihre Energieversorgung reduziert, und weiter rasch proliferieren, was zu einem fatalen Energiezusammenbruch führe.

Erste klinische Studien hätten begonnen, so der Onkologe. Für eine therapeutische Empfehlung sei es allerdings noch viel zu früh. Aber warum solle man einem Typ-2-Diabetiker mit Krebs nicht zu Metformin raten, meinte Pollak.

Lesen Sie dazu auch: Hat ein gängiges Antidiabetikum das Zeug zum Mittel gegen Krebs?

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