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Ebola-Krise

Schulung für deutsches Klinikpersonal startet

Um das Klinikpersonal in Deutschland besser auf mögliche Ebola-Patienten vorzubereiten, beginnen in Würzburg in dieser Woche Schulungen. Unterdessen hat sich ein Ebola-Verdachtsfall in Berlin nicht bestätigt.

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WÜRZBURG. Klinikpersonal in Deutschland soll sich besser auf Ebola-Verdachtsfälle vorbereiten können. In Würzburg werden dazu Schulungen für Ärzte, Pfleger und Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes angeboten.

"Wir starten am Donnerstag. Die Kurse sollen bis Weihnachten ein- bis zweimal in der Woche stattfinden", sagte der Chefarzt der Missionsärztlichen Klinik, August Stich, der Deutschen Presse-Agentur. Schon jetzt lägen Hunderte Anmeldungen aus ganz Deutschland vor.

Das einzige Ebola-Trainingszentrum Deutschlands

In Würzburg gibt es das bislang einzige Ebola-Trainingszentrum in Deutschland. Bisher wurden hier aber nur Helfer für ihren Einsatz in den Ebola-Gebieten Westafrikas vorbereitet.

In der eintägigen Schulung sollen die Teilnehmer lernen, wie sie reagieren müssen, falls ein Patient in der Notaufnahme oder der hausärztlichen Praxis die Kriterien eines Ebola-Verdachts erfüllt und isoliert werden muss.

"Alle Alarme bisher waren Fehlalarme und die meisten davon hätte man durch zielgerichtete Befragung im Vorfeld schon verhindern können", betonte Stich.

Experten: Zahl der Verdachtsfälle wird steigen

Der Tropenmediziner geht davon aus, dass sich in den kommenden Wochen die Zahl der Verdachtsfälle erhöhen könnte, weil viele deutsche Helfer aus Westafrika zurückkehren.

Er warnte aber auch vor Hysterie: "Wir haben ja nicht Hunderte Verdachtsfälle zu erwarten. Sondern es sind einzelne wenige. Und da muss man das Gesundheitssystem als Ganzes darauf vorbereiten."

Ein Ebola-Verdachtsfall in Berlin hat sich nach Angaben der Feuerwehr unterdessen nicht bestätigt. Das habe die Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagmorgen mitgeteilt. Die Feuerwehr war in der Nacht alarmiert worden.

Daraufhin rückten Einsatzkräfte in der für solche Fälle vorgeschriebenen Schutzkleidung im Stadtteil Neukölln an und brachten einen Mann ins Rudolf-Virchow-Klinikum.

Dieses bestätigte die Aufnahme des Patienten, machte aber zunächst keine näheren Angaben zu Untersuchungsergebnissen. Der Mann soll unbestätigten Medienberichten zufolge Kontakt mit Menschen aus Westafrika gehabt haben.

EU stockt Ebola-Hilfen auf

Im Kampf gegen die Epidemie stockt die EU ihre Hilfe derweil weiter auf. Sie werde weitere 29 Millionen Euro zur Verfügung stellen, kündigte die Brüsseler EU-Kommission an. Damit nähert sich die Unterstützung der Europäischen Union 1,1 Milliarden Euro an.

17 Millionen der neuen Mittel sind für den Transport von Hilfsgütern und für die internationalen Helfer gedacht. Der Rest soll für die Vorbeugung eingesetzt werden. Vor allem in den Nachbarstaaten der von Ebola betroffenen Länder in Westafrika.

Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, erklärte, Sierra Leone, Liberia und Guinea müssten stärker zusammenarbeiten. "Dies ist unabdingbar, um Ebola zu besiegen, weil der gefährlichste Ort der Grenzpunkt zwischen den drei betroffenen Ländern ist."

Die EU-Außenminister erklärten bei ihrem Treffen in Brüssel, sie wollten stärker zusammenarbeiten und auch die Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen Akteuren fortsetzen.

THW schickt Hilfsgüter nach Westafrika

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie fliegt das Technische Hilfswerk (THW) Hilfsgüter nach Westafrika. Eine Transportmaschine mit rund 80 Tonnen Material sollte am Dienstagabend vom Flughafen Berlin-Schönefeld aus nach Sierra Leone starten, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

"Der Bedarf an Hilfe in den von Ebola betroffenen Staaten ist nach wie vor enorm", sagte Ressortchef Thomas de Maizière (CDU) demnach. In dem Flugzeug befinden sich nach Ministeriumsangaben unter anderem je ein Einsatzfahrzeug des THW für Sierra Leone und eines des Roten Kreuzes für das Ebola-Behandlungszentrum in Liberia.

Auch dringend benötigte Camp-Ausstattung für internationale Einsatzkräfte sei an Bord. Das THW ist seit Oktober in Westafrika aktiv. In der Region sind bislang bereits mehr als 5000 Menschen an Ebola gestorben. (dpa)

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