Reisemedizin

Schwangere sollten jetzt nicht nach La Réunion reisen

NEU-ISENBURG (skh). Wegen der starken Ausbreitung des Chikungunya-Virus in La Réunion, Mauritius und den Seychellen melden Reiseveranstalter schon die ersten Stornierungen. Eine Reise zu stornieren, dafür gebe es bislang aber keinen Grund, kommentiert Professor Thomas Löscher, Leiter des Tropeninstituts der Universität München.

Veröffentlicht:

Lediglich Schwangeren und Babys rät Löscher ab, die Inseln im Indischen Ozean zu besuchen, da die Infektion bei Neugeborenen dramatisch verlaufen kann. Die französische Tageszeitung "Libération" hatte von 27 infizierten Neugeborenen berichtet, die seit Beginn der Epidemie schwer erkrankt waren.

Auch alten und chronisch kranken Menschen könne man von einer Reise nach La Réunion abraten, so Löscher. Das Auswärtige Amt hat jedoch noch keine Reisewarnung für die Region ausgegeben.

Etwas kritischer sieht Dr. Burghardt Rieke vom Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf die Situation auf La Réunion. Die Lage lasse sich nicht eindeutig beurteilen, so Rieke im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Von vermeidbaren Reisen in das Zentrum der Epidemie würde er deshalb momentan abraten. Die bislang einzige Maßnahme gegen das Virus ist ein konsequenter Mückenschutz rund um die Uhr (wir berichteten). Das könne einen bis zu 90prozentigen Schutz bieten, so Rieke.

Berichte über Patienten, die das Chikungunya-Fieber mehrmals bekommen haben sollen, hält Löscher für Gerüchte. Solange keine validen Daten über Zweitinfektionen vorlägen, könne man davon ausgehen, daß eine Infektion eine langanhaltende Immunität hinterläßt.

Das Chikungunya-Virus aus der Familie der Flavoviren verursacht ein Dengue-ähnliches Krankheitsbild mit Fieber und Gelenkschmerzen. Es wird von Aedes-Stechmücken übertragen.

Mehr zum Thema

Reisemedizin

Fernreisen: STIKO aktualisiert Empfehlungen

WHO-Bericht

Mehr Malaria-Tote wegen COVID-Pandemie

Centrum für Reisemedizin

Zika-Virus in Indien weiter auf dem Vormarsch

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Infusionen bei Long-COVID

Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Wie gut schützen die verfügbaren Impfstoffe vor der Omikron-Variante?

© alphaspirit / stock.adobe.com

Corona-Vakzine

Impfschutz: Gegen Omikron braucht es deutlich höhere Antikörperspiegel

Der neue und der alte Minister: Karl Lauterbach (li.) und Jens Spahn (Mitte) bei der Amtsübergabe im Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch.

© Thomas Ecke / BMG

Amtsübergabe

Gesundheitsminister Lauterbach skizziert erste Gesundheitspläne