Antivirale Arzneien sollen zügig verordnet werden / Vorrang bei Pandemie-Impfung

ATLANTA(hub). Bei Schwangeren mit Verdacht auf Schweinegrippe sollten die Alarmglocken klingeln. Denn sie haben einhohes Risiko für schwere und fatale Verläufe. Eine zügige Verordnung von Oseltamivir wird empfohlen.

Schwanger? Vorsicht vor der Schweinegrippe!

Schwanger? Vorsicht vor der Schweinegrippe!

© Foto: Ärzte Zeitung

Von Mitte April bis Mitte Juni wurden in den USA 45 Tote durch das neue H1N1-Virus registriert. Darunter waren sechs schwangere Frauen (Lancet online). Das entspreche einem Anteil von 13 Prozent an allen Todesfällen,so die Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta (CDC). Alle gestorbenen Schwangeren waren vor der Erkrankung durch das Schweinegrippe-Virus gesund. Durch die Infektion mit dem pandemischen H1N1-Virus entwickelten alle sechs eine virale Pneumonie, die letztlichzur künstlichen Beatmung führte. Die CDC weisen daraufhin,dass die sechs Frauen nicht schnell genug antivirale Arzneien erhalten hatten, um von der Therapie zu profitieren.

Schwangere haben ein etwa vierfach erhöhtes Risiko, mit Schweinegrippe ins Krankenhaus eingewiesen werden zu müssen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Eine Sterberate von 10 Prozent sei sehr besorgniserregend, so die CDC. Bei der Pandemie 1918 habe die Sterberate bei Schwangeren mit Spanischer Grippe sogar bei knapp 30 Prozent gelegen.

Sowohl die CDC als auch die WHO raten, Schwangeren mit Grippesymptomen in Regionen mit H1N1-Verbreitung zügig Oseltamivir (Tamiflu®) zu verordnen. Es solle nicht auf die Ergebnisse von Labortests gewartet werden. Schließlich sei der Nutzen derantiviralen Therapie innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn amgrößten.

Einig sind sich WHO und CDC auch bei den Impfungen gegen dasPandemie-Virus: Wenn die Impfstoffe verfügbar sind, gehören schwangere Frauen zu der Gruppe von Menschen, die mit Priorität zuimpfen sind. Allerdings liege in den USA bei ihnen die Impfrate gegensaisonale Influenza nur bei 17 Prozent.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Arznei und Impfung für Schwangere

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Praxis-PC, Konnektor und andere Elektrogeräte

Elektroschrott: Wie Praxen Altgeräte sicher entsorgen

Lesetipps
Knochen schematisch dargestellt

© crevis - stock.adobe.com

Komplikationen

Bei Diabetes mellitus auch die Knochen in den Blick nehmen

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen