Schweinegrippe

Schweinegrippe: Ärztevertreter wehrt sich gegen Kritik

NEU-ISENBURG (juk). Langsam sehen sich auch niedergelassene Ärzte Kritik in der Öffentlichkeit ausgesetzt. Organisationsmängel in den Praxen verhinderten die zügige Impfung der Bevölkerung gegen Schweinegrippe, heißt der Vorwurf.

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Schweinegrippe: Ärztevertreter wehrt sich gegen Kritik

© Foto: Sascha Bergmann www.fotolia.de

Mittlerweile vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Ärzte von ihren KVen, Ständevertretern oder Politikern dazu aufgerufen werden, sich an der Impfung gegen das H1N1-Virus zu beteiligen. Nach den Erfahrungen von Dr. Wolf-Rüdiger Weisbach, Hausarzt und Vorsitzender der Ärztekammer Rhein-Sieg, wurden schon Beschwerden an Ärztekammern gerichtet, weil Praxischefs Impfungen verweigerten oder Patienten sich über zu lange Wartezeiten oder zu wenig Termine ärgerten.

Weisbach sieht die Zeit gekommen, solcher Kritik entgegenzutreten. "Der Arztberuf ist ein freier Beruf", so der Hausarzt. Wenn Kollegen nicht impfen wollten, "muss dies akzeptiert werden". Wartezeiten für die Impfungen seien momentan nicht zu vermeiden. Gerade in der jetzigen Erkältungszeit, da in den Praxen Hochbetrieb herrsche, sei der Zeitaufwand für eine große Zahl von Impfungen kaum zu bewältigen, so Weisbach. Teilweise würden die Impfungen außerhalb der normalen Sprechstunden vorgenommen - "das alles zu einem Honorar, das kaum die Kosten deckt".

Impfende Ärzte in Nordrhein-Westfalen stünden zudem vor dem Problem, dass die Vakzine nicht in ausreichender Menge vorhanden sei. Weisbach berichtet, dass er am vergangenen Freitag vom Gesundheitsamt in Siegburg die Mitteilung bekommen habe, dass die bestellten Impfportionen für die laufende Woche mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geliefert werden könnten.Zur Impfung bestellte Patienten müssten wieder nach Hause geschickt werden. "Jetzt rächt sich die Fehlentscheidung der Politiker, nur einem Anbieter den Auftrag erteilt zu haben", so Weisbach. Wie solle eine Impfung Ende Dezember nützen, wenn jetzt die Ansteckungsgefahr am größten sei, fragt der Hausarzt.

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