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Screening: Virtuelle Darmspiegelung so gut wie die handfeste

Zwar ist das handfeste Koloskopiescreening akkurater als das virtuelle, doch könnte nach einer Studie Letzteres mit höheren Teilnehmerraten aufwarten. Im Effekt bringen beide gleich viel.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Forscher der niederländischen Universitäten Amsterdam und Rotterdam haben in einer Studie den diagnostischen Ertrag von Koloskopie und CT-Kolonografie (ohne Darmreinigung, mit iodiertem Kontrastmittel) miteinander verglichen (Lancet Oncol 2012; 13 (1): 55-64).

Der Ertrag errechnete sich jeweils als die Zahl entdeckter fortgeschrittener Geschwülste relativ zur Zahl der untersuchten beziehungsweise zu den zum Screening eingeladenen Personen. Als fortgeschritten galten dabei Adenome, die mindestens 10 mm groß waren oder einen 25prozentigen villösen Anteil besaßen, sowie Kolorektalkrebs.

Studie mit knapp 6000 Teilnehmern

Zur Koloskopie geladen wurden 5924 Einwohner der Regionen Amsterdam und Rotterdam, davon erschienen 1276 (22 Prozent) zur Untersuchung. 2920 Personen erhielten die Gelegenheit zur CT-Kolonografie, und 982 (34 Prozent) von ihnen nutzten sie - eine um 55 Prozent höhere Screeningquote.

Neun Prozent der Teilnehmer an der Koloskopie hatten eine fortgeschrittene Neoplasie, weniger als ein Prozent ein Karzinom. Acht Prozent der virtuell Gespiegelten wurde wegen kleinerer Läsionen eine weitere Kolonografie zu einem späteren Zeitpunkt angeboten, neun Prozent wurden wegen verdächtiger Befunde zur Koloskopie geschickt.

Sechs Prozent wiesen fortgeschrittene Tumoren auf, weniger als ein Prozent hatten ein Karzinom.

Bezogen auf 100 Teilnehmer des Screenings lag der Ertrag der Kolo skopie bei 8,7, jener der Kolonografie bei 6,1 - die Koloskopie ist damit die genauere Methode.

CT-Kolonografie ist teurer

Das nützt aber wenig, wenn die Screeningberechtigten sie nicht annehmen. Bezogen auf die zum Screening Eingeladenen war die Koloskopie denn auch nicht erfolgreicher; der Ertrag der realen Koloskopie war hier mit 1,9 / 100 zu beziffern, im Vergleich zu 2,1 / 100 für die Kolonografie.

Für Neoplasien von mindestens 10 mm Größe lag der Ertrag pro 100 Geladenen bei 1,5 (Koloskopie) beziehungsweise 2,0 (Kolonografie). Die Unterschiede bezogen auf die Geladenen waren nicht signifikant.

"Beide Methoden eignen sich fürs populationsbezogene Screening", konstatieren die Studienautoren. In die Entscheidung, welcher Methode der Vorzug zu geben sei, müssten aber auch andere Faktoren wie die Belastung für die gescreenten Personen und die Kosteneffektivität einfließen.

Beispielsweise sind für eine Koloskopie rund 90 Euro und für die CT-Kolonografie (in Deutschland keine GKV-Leistung) je nach Methode etwa 400 Euro zu bezahlen.

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