Allergien

Selbst gegen Fliegen gibt es Allergien

HEIDELBERG (ner). Gewöhnliche Hausfliegen können Inhalationsallergien auslösen, berichten Allergologen aus Heidelberg und Basel. Voraussetzungen dafür sind allerdings eine hohe Allergen-Konzentration und eine relativ lange Expositionsdauer.

Veröffentlicht: 20.07.2007, 08:04 Uhr

Die Frage, ob jemand beruflich mit Tieren zu tun hat - egal welcher Art - kann einen wichtigen Hinweis auf eine sonst unerklärbare Allergie liefern. Das zeigt die Geschichte eines Biologie-Laboranten, der seit 30 Jahren in einem pharmazeutischen Unternehmen hauptsächlich mit der Aufzucht der gemeinen Hausfliege (Musca domestica) betreut war.

Der Laborant war dabei mit bis zu 20 000 Hausfliegen täglich über mehrere Stunden beschäftigt. Nach jeweils einer halben Stunde juckten die Augen, die Nase lief, begleitet von anhaltenden Niesattacken, berichten Privatdozentin Uta Jappe von der Uniklinik in Heidelberg und ihre Kollegen (Hautarzt 58, 2007, 156).

Pricktests gegen übliche Inhalationsallergene und die konjunktivale Provokation mit Hausstaubmilbenextrakt fielen negativ aus. Erst der Kontakt mit eigens hergestellten Ganzkörperextrakten der Fliegen, deren Puppenhüllen sowie mit Fliegenstaub kontaminierten Gegenständen ergaben positive Befunde. Das Gesamt-IgE war mit 122 kU/l leicht erhöht (Normwert: 100 kU/l). Pulmonale Beschwerden traten nicht auf.

Ähnlich lag der Fall bei einem anderen Labormitarbeiter, der bereits nach einjähriger Beschäftigung wenige Minuten nach Exposition im Fliegenzuchtraum über ähnliche Symptome klagte. Das Gesamt-IgG lag bei ihm im Normbereich. In beiden Fällen gab es keine atopische Veranlagung, die Familienanamnesen waren negativ. Beide Laboranten gaben ihre Arbeit mit den Fliegen auf und übernahmen neue Aufgaben im Betrieb. Damit wurden sie komplett beschwerdefrei.

Insgesamt seien klinisch relevante Inhalationsallergien ausschließlich gegen Musca domestica sehr selten, so Jappe. Wer jedoch in Tierlaboratorien arbeitet, etwa mit Mäusen und Ratten, hat häufig mit Soforttyp-Allergien zu kämpfen. Zwischen 10 und 33 Prozent der beruflich exponierten Personen seien betroffen.

Mehr zum Thema

Atopische Keratokonjunktivitis

Wenn Neurodermitis ins Auge geht

Option Dupilumab

„Grundlegende Änderung“ bei Neurodermitis

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Für jeden Diabetiker das passende CGM-Gerät

Blutzuckermessung

Für jeden Diabetiker das passende CGM-Gerät

So klappt Substitutionstherapie in Corona-Zeiten

Arztpraxis berichtet

So klappt Substitutionstherapie in Corona-Zeiten

Aufklärung über Abrechnungs-Sonderregeln wegen Corona

Leser fragen - Experten antworten

Aufklärung über Abrechnungs-Sonderregeln wegen Corona

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden