Blutzucker

So messen Patienten richtig

Wollen Patienten ihren Blutzucker selbst messen, müssen sie einiges beachten. Wir geben Tipps.

Von Dr. Thomas MeißnerDr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Einer der Tipps lautet: Der erste Blutstropfen darf zur Messung verwendet werden.

Einer der Tipps lautet: Der erste Blutstropfen darf zur Messung verwendet werden.

© Fotoimpressionen / Fotolia.com

Kapillaren enthalten einen hohen Anteil arteriellen Blutes, daher sind die Finger oder die Ohrläppchen prinzipiell gut für die Blutzuckerselbstmessung geeignet.

Die Ohrläppchen würden bei regelmäßiger Nutzung mit der Zeit dicker werden, abgesehen davon, dass man einen Spiegel oder eine Hilfsperson für die Messung benötigt. Daher werden die Fingerkuppen bevorzugt.

Alternativen sind der Handballen, der Unterarm oder der Oberschenkel, allerdings nur für stabil eingestellte Patienten, weil schnelle Blutzuckeränderungen dort nur mit Zeitverzögerung erfasst werden. Zudem ist es schwieriger, ausreichend Blutvolumen zu gewinnen.

Weil an den Seiten der Fingerbeere das Netz aus Mechano- und Schmerzrezeptoren weniger dicht ist, sollte dort der Blutstropfen entnommen werden. Je tiefer man sticht, desto schmerzhafter, aber auch desto mehr Blut lässt sich gewinnen.

Heutige Messgeräte benötigen nur noch kleine Blutstropfen und mit modernen Stechhilfen lässt sich die Eindringtiefe graduiert einstellen.

Lanzetten nur einmal benutzen

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Hohe Stechgeschwindigkeit bedeutet weniger Schmerz, die schussartige Penetration der Haut bestimmter Stechhilfen ist kaum schmerzhaft, vor allem dann, wenn seitliche Schwingungen beim Stechvorgang ebenfalls vermieden werden: die Lanzetten dieser Stechhilfen führen automatisch eine lineare Vor- und Rückbewegung aus.

Wichtig ist es, die Lanzetten nur jeweils einmal zu benutzen, denn sie werden schnell stumpf, wie mikroskopische Aufnahmen bestätigt haben.

Die Blutzucker-Teststreifen sind empfindliche Hightech-Produkte und müssen stets in der verschlossenen Dose aufbewahrt werden.

Erhebliche Temperaturunterschiede zwischen Teststreifen und Gerät, hohe Luftfeuchte (Lagerung in der Küche!) beeinflussen die Messgenauigkeit negativ. Weitere Tipps:

- Die Hände sollen sauber und trocken sein.

- Vorheriges Waschen mit warmem Wasser, Fingermassage fördert die Durchblutung.

- Punktionsstellen systematisch wechseln und die Stechtiefe der individuellen Hautdicke anpassen.

- Für die Blutgewinnung ist nicht der Lanzetten-Durchmesser, sondern die Einstechtiefe entscheidend.

- Lanzette für jede Messung wechseln.

- Leichtes Ausstreichen der Finger verfälscht das Messergebnis nicht.

- Der erste Blutstropfen darf zur Messung verwendet werden.

- Zur Hautpflege und um ein Austrocknen der Haut zu vermeiden sollten die Hände mit milder Seife gewaschen sowie regelmäßig eingecremt werden, jedoch nicht vor der Messung.

- Diabetiker mit Sensibilitätsstörungen können Stechsysteme verwenden, die die Lanzette automatisch auswerfen. Wenn das Abdrehen der Sterilkappe Probleme bereitet, ist eine Lanzetten-Trommel empfehlenswert.

- Nach der Messung soll das Verschmutzen der Einstichstelle, zum Beispiel durch Gartenarbeit, vermieden werden.

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