RKI-Daten

So verbreitet sind Rückenschmerzen in Deutschland

Unter Rücken- und Nackenschmerzen leidet hierzulande ein Großteil der Bevölkerung, wie neue Daten des Robert Koch-Instituts zur Rückengesundheit in Deutschland zeigen. Schon jüngeren Patienten sollten daher präventive Ansätze angeboten werden.

Von Anne BäurleAnne Bäurle Veröffentlicht:
Rücken- und Nackenschmerzen nehmen in Häufigkeit und Intensität mit dem Alter stark zu.

Rücken- und Nackenschmerzen nehmen in Häufigkeit und Intensität mit dem Alter stark zu.

© Cla78 / stock.adobe.com

Berlin. Knapp zwei Drittel der Deutschen ist innerhalb eines Jahres von Rückenschmerzen betroffen. Darauf weisen Ergebnisse der „BURDEN“-Studie 2020 zur Krankheitslast in Deutschland, die das Robert Koch-Institut zum Tag der Rückengesundheit am 15. März publiziert hat.

Bei der telefonischen Befragung von rund 5000 Erwachsenen zwischen Oktober 2019 und März 2020 berichteten 61,3 Prozent von Rückenschmerzen in den vorangegangenen zwölf Monaten.

Ein beträchtlicher Teil, nämlich 15,5 Prozent, gab sogar chronische Rückenschmerzen an, also über drei Monate oder länger anhaltende, fast täglich auftretende Rückenschmerzen (siehe nachfolgende Grafik).

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Zum permanenten Aktivieren können Sie alle Targeting (3rd party)-Cookies hier aktivieren. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Vor allem der untere Rücken ist betroffen

Grundsätzlich wurden Schmerzen des unteren Rückens etwa doppelt so häufig angegeben wie Schmerzen des oberen Rückens. Bei Patienten mit Beschwerden im unteren Rücken gab zudem mehr als jeder Dritte (38,5 Prozent) an, dass die Schmerzen auch in die Beine ausstrahlten. Bisher sei in bevölkerungsbasierten Studien oft nicht zwischen Schmerzen des unteren und oberen Rückens differenziert worden, berichtet das RKI. Hier liefere die BURDEN-Studie wichtige Daten.

Auch Nackenschmerzen gaben die Befragten relativ häufig an: Mit 45,7 Prozent war fast jeder zweite Befragte innerhalb der vorherigen zwölf Monate davon betroffen gewesen.

Frauen häufiger betroffen

Insgesamt waren sowohl von Rücken- als auch von Nackenschmerzen Frauen häufiger betroffen als Männer: 66,0 Prozent der Frauen gaben Rückenschmerzen an (Männer: 56,4 Prozent), bei Nackenschmerzen waren es 54,9 vs 36,2 Prozent.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Zum permanenten Aktivieren können Sie alle Targeting (3rd party)-Cookies hier aktivieren. Weitere Information dazu finden Sie hier.

„Die höhere Betroffenheit von Frauen dürfte verschiedene Gründe haben: Neben anatomischen Unterschieden wie der Muskelkraft nehmen Frauen ihren Körper häufig anders wahr als Männer und reagieren tendenziell sensitiver auf Schmerzen“, heißt es in dem RKI-Bericht.

Weitere mögliche Gründe seien eine teilweise unterschiedliche zerebrale Schmerzverarbeitung, aber auch hormonell bedingte Unterschiede im Schmerzempfinden.

Wachsende Krankheitslast mit zunehmenden Alter

Rücken- und Nackenschmerzen nehmen in Häufigkeit und Intensität mit dem Alter stark zu und ziehen eine wachsende Krankheitslast nach sich: Während die von Rückenschmerzen betroffenen 18- bis 29-Jährigen im Mittel an 4,4 Tagen pro Monat von Rückenschmerzen berichten, gilt dies bei den ab 70-Jährigen an 14,8 Tagen. Bei den Nackenschmerzen stieg dieser Wert von im Mittel 3,3 Tagen auf 11,5 Tage im Monat.

Es sei daher wichtig, bereits bei jüngeren Patienten präventive Ansätze wie bewegungs- oder arbeitsweltbezogene Interventionen sowie Versorgungsansätze im Sinne einer multimodalen Therapie auf breiter Ebene anzubieten und diese auch effektiv umzusetzen, betont das RKI.

Mehr zum Thema

Seltene Erkrankungen

Wenn Befunde Fragezeichen aufwerfen

Bewertung von Ärzten

Überflüssige Leistungen machen keine zufriedenen Patienten

Studienanalyse

Deutlicher Placeboeffekt bei Rückenschmerz-Therapie

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen