Kommentar – Melanome

Sonnenbaden ist out!

Von Peter LeinerPeter Leiner Veröffentlicht:

Das ist ein düsteres Bild, das deutsche Dermatologen zur Entwicklung von Hautmelanomen zeichnen. Seit mehr als vier Dekaden steigt dessen Inzidenz kontinuierlich – und wenn nicht gegengesteuert wird, ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen, wie die Projektion bis zum Jahr 2032 vermuten lässt.

So ist die Melanominzidenz im Saarland zwischen 1970 und 2012 um das Sechsfache von 2,9 auf einen Wert von 18,5 pro 100.000 Einwohner gestiegen. Und bezogen auf ganz Deutschland liegt der Zuwachs zwischen 1999 und 2012 bei 77 Prozent (von 14,7 auf 26,0 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner) – im Jahr 2030 könnte die Inzidenz bei 45 pro 100.000 liegen.

Die neuen Daten der Dermatologen um Professor Claus Garbe von der Universität Tübingen müssen Anlass sein, noch mehr Präventionsarbeit zu leisten. Sonnenbaden ohne Schutz sollte es gar nicht mehr geben – und ein dunkler Teint eher „out“ als „in“ sein. Man muss den Trend wieder umkehren und sich einer Inzidenz wie in den 1950er-Jahren nähern, als nur einer von 100.000 Einwohnern im Jahr an einem Melanom der Haut erkrankte. Australien und Kanada haben es vorgemacht. Garbe brachte es kürzlich bei der europäischen Dermatologen-Tagung der EADO in Paris auf den Punkt: „Wir müssen die Bevölkerung darüber aufklären, was sie am besten meiden sollte: Sonnenbaden!“ Dann könnte das Bild wieder aufhellen. Seite 8

Lesen Sie dazu auch: Hautkrebs: Melanom-Inzidenz steigt vor allem bei über 60-Jährigen weiter

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