Strahlentherapie

Spätfolgen auf der Spur

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MAINZ. Warum erkranken manche Menschen nach einer erfolgreich therapierten Krebserkrankung im Kindesalter später als Jugendliche oder Erwachsene erneut an Krebs und andere hingegen nicht?

Das ist die zentrale Frage des Forschungsprojekts ISIBELa (Intrinsische Strahlentherapie: Identifikation Biologischer und Epidemiologischer Langzeitfolgen), das mit insgesamt rund 3,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der "Grundlagenforschung Energie 2020+" gefördert wird.

Die Forschung auf diesem Gebiet soll dazu beitragen, künftig besonders strahlenempfindliche Patienten zu identifizieren und deren Therapien optimal anzupassen. Koordiniert wird dieses Verbundforschungsprojekt von dem Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainzin enger Kooperation mit der dortigen Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie.

Teil des Forschungsverbund "ISIBELa" sind zudem das Deutsche Kinderkrebsregister, das Institut für Molekulargenetik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Fachgruppe Molekulare Epidemiologie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS und die Arbeitsgruppe biologische Strahlenforschung der Technischen Universität Darmstadt.

Alle Zweittumoren nach Krebs im Kindesalter werden erfasst

Eine der Kernfragen von ISIBELa lautet: Reagieren Zellen verschiedener Menschen unterschiedlich auf ionisierende Strahlen, wie sie etwa bei einer Strahlentherapie eingesetzt werden?", teilt die Uni Mainz mit.

In der ersten Phase des mehrteiligen Projekts wollen die Wissenschaftler zunächst alle Zweittumoren nach Krebs im Kindesalter in Deutschland erfassen und statistisch auswerten.

Im weiteren Verlauf des Projekts wird untersucht, worin sich Patienten mit einem Zweittumor und Patienten ohne eine solche Spätfolge hinsichtlich verschiedener Faktoren unterscheiden, wie etwa Art der Ersterkrankung oder erhaltener Therapie.

Patienten, die nach der Heilung ihrer Erkrankung einen Zweittumor erlitten haben, werden um die Spende einer Gewebeprobe gebeten, heißt es in der Mitteilung. Ebenso würden Patienten untersucht, welche dieselbe Ersterkrankung hatten, im Laufe des weiteren Lebens aber gesund geblieben sind.

Die Gewebeproben würden mit modernsten Labormethoden auf genetische und epigenetische Ursachen für eine Krebserkrankung untersucht. So sucht das Institut für Molekulargenetik der Uni Mainz mit den neuen Methoden der Hochdurchsatz-Entschlüsselung von Genomen und Transkriptomen nach Unterschieden in den Patientengruppen. (eb)

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