Depressionen

Spaziergänge gegen Winterdepression

MÜNCHEN/HAMBURG (ddp.vwd). "Grundsätzlich hängt die Veränderung unserer Befindlichkeiten von den Jahreszeiten ab", sagt Dr. Hans-Peter Unger, Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Allgemeinen Krankenhaus Harburg in Hamburg. "Gerade deshalb ist auch nicht jede Verstimmung im Herbst gleich eine Winterdepression", betont der Psychiater.

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Die Winterdepression macht sich vor allem durch Antriebsverlust, Freudlosigkeit und eine niedergedrückte Stimmung bemerkbar. "Im Gegensatz zur klassischen Depression leiden die Betroffenen aber auch noch unter einem starken Schlafbedürfnis, und der Heißhunger auf Süßigkeiten steigt an", verdeutlicht Tim Pfeiffer-Gerschel vom Kompetenznetz Depression.

Wesentliches Kriterium einer Winterdepression sei aber, daß die Symptome ausschließlich im Herbst und Winter auftreten und das über zwei Jahre in Folge. "Unter dieser krankhaften Form leidet etwa ein Prozent der Bundesbürger", sagt der Psychologe.

Lange Spaziergänge seien das beste Mittel gegen eine Winterdepression. Auf diese Weise lasse sich das Lichtdefizit des Körpers ausgleichen. Doch wer fest im Job eingebunden ist, muß manchmal schon etwas improvisieren. "Statt in die Kantine zu gehen, empfehle ich mittags immer einen Spaziergang. Das hilft", sagt Pfeiffer-Gerschel.

"Wer an einem trüben Wintertag dreimal eine halbe Stunde spazierengeht, hat in etwa die nötige Lichtdosis aufgenommen." Wenn Tageslicht und frische Luft nicht helfen, ist auch eine Therapie mit Kunstlicht möglich. "Ideal ist eine tägliche Behandlung von ein bis zwei Stunden Dauer, am besten morgens", rät Unger. "Eine Besserung der Befindlichkeit tritt dann in der Regel nach einer Woche ein."

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