Schlaganfallversorgung

Stabübergabe bei der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft

Professor Darius Nabavi tritt mit Beginn des neuen Jahres bei der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft ins zweite Glied. Die größten Baustellen der DSG, auch für den Nachfolger: Klinikreform, Zertifizierung von Stroke-Units und Schulung für NIH-Schlaganfall-Skala.

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Überwachung von Patienten in der Stroke-Unit. Das Bild zeigt die Station auf der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona. Die Zertifizierung der Units übernimmt die DSG. (Archivbild)

Überwachung von Patienten in der Stroke-Unit. Das Bild zeigt die Station auf der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona. Die Zertifizierung der Units übernimmt die DSG. (Archivbild)

© Angelika Warmuth / dpa / picture alliance

Berlin. Der Personalmangel auch in Stroke-Units und die Krankenhausreform sind die zentralen Themen für die Versorgungssituation von Schlaganfallpatienten in Deutschland. Darauf verweist der scheidende 1. Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft Professor Darius Nabavi in einer Pressemitteilung der DSG.

Einige Kliniken seien noch voll besetzt, andere könnten hingegen nur noch die Hälfte der Stroke-Unit-Betten betreiben. Zum 1. Januar hat der Neurologe die Amtsgeschäfte an Professor Stefan Schwab, Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, übergeben. Traditionell bleibt der derzeitige Erste als 2. Vorsitzender zwei weitere Jahre aktiv, um seine angestoßenen Projekte weiter begleiten zu können.

Nabavi, Chefarzt der Neurologie im Vivantes Klinikum Neukölln, betont in der Mitteilung „die zentrale Rolle des neurologischen Sachverstandes in der Schlaganfallbehandlung in Klinik und Notaufnahme“. In der Klinikreform sieht er eher eine Chance: „Der Zwang zur Bündelung der Versorgung kann mit Blick auf die sich zuspitzende Personalsituation positiv sein.“ Im Nachgang könnten Patientinnen und Patienten auch in Zentren mit viel Erfahrung in der Weiterbehandlung verlegt werden.

Neues Verfahren zur Zertifizierung

Entsprechend der Neuausrichtung der Krankenhauslandschaft habe die DSG in den vergangenen Jahren ein neues Zertifizierungsverfahren entwickelt. Traditionell zertifiziere die DSG seit 30 Jahren Stroke-Units. 2024 werde es ein neues bzw. weiteres Verfahren für das telemedizinische Schlaganfall-Netzwerk geben. Von diesen Netzwerken seien derzeit bereits rund 25 mit mindestens drei Einzel-Tele-Stroke-Units in Deutschland in Betrieb. „Derzeit sind wir im abschließenden Konsentierungs-Verfahren. 2024 werden dann voraussichtlich die ersten telemedizinischen Netzwerke von der DSG zertifiziert“, kündigt Nabavi an.

Noch im 1. Quartal soll ein weiteres Projekt zum vorläufigen Abschluss kommen, das Nabavi während seiner Amtszeit mit angestoßen hat: ein deutschsprachiges Schulungs-Tool für den Schlaganfall-Score des National Institutes of Health (NIH). „Es ist ein langjähriger Wunsch, dass wir als Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft ein eigenes Schulungsportal für die NIH-Skala haben“, so Nabavi. Er habe es mit Unterstützung von Kollegen aus Tübingen und Erlangen umgesetzt. (eb)

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