Direkt zum Inhaltsbereich

Stimmung zu Schweinegrippe-Impfung ist gekippt

DÜSSELDORF (hub). Die bisher eher negative Einstellung zur Schweinegrippe-Impfung ist in Deutschland gekippt. Plötzlich scheint der Impfstoff knapp zu sein.

Veröffentlicht:

"Noch vor zwei Wochen hatten wir befürchtet, auf der Hälfte der Impfdosen sitzen zu bleiben", sagte Walter Frie, Ministerialrat im Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalens. "Jetzt ist aber viel zu wenig Impfstoff da." Für das bevölkerungsreichste Bundesland seien knapp zwölf Millionen Impfdosen geordert, so Frie. Bisher wurden 1,5 Millionen Dosen Pandemie-Impfstoff geliefert. Auch im ersten Quartal 2010 werde in NRW also noch geimpft, so Frie bei einer Medica-Veranstaltung des Logistics Council Germany, einer Initiative der Bundesregierung. In NRW kommen jede Woche vier bis sechs Paletten Pandemrix® an. Der Impfstoff werde einmal wöchentlich an 450 Apotheken verteilt, die dann die Ärzte beliefern.

"Die volkswirtschaftlichen Kosten einer Influenza-Pandemie sind kurzfristig", sagte Dr. Torsten Schmidt vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung. "Nach der Pandemie wird es einen nachholenden Konsum geben." Global sei mit Schäden von bis zu fünf Prozent der Wirtschaftsleistung zu rechnen.

Erkranken 15 Prozent der 80 Millionen Einwohner Deutschlands an einer Influenza, sinkt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent. "Das entspricht einer Summe von zehn Milliarden Euro", sagte Schmidt in Bezug auf Modellrechnungen seines Instituts. "Erkrankt jeder zweite Einwohner, ist mit einem Rückgang des BIP um 1,6 Prozent zu rechnen", so Schmidt. An absoluten Kosten entspreche das 40 Milliarden Euro.

Zur Kosten-Nutzen-Relation von Pandemie-Maßnahmen sagte der Ökonom: "Wenn die Impfungen die Erkrankungsrate in Deutschland um nur zwei Prozentpunkte senken, rechnet sich das bereits."

Unterdessen kursieren im Internet Kopien der Verträge, die das Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) mit Bund und Ländern zur Herstellung eines Pandemie-Impfstoffs der zweiten Generation abgeschlossen hat. GSK bestätigte auf Anfrage, dass die Kopien den Ende 2007 abgeschlossenen Verträgen entsprechen.

» Zur Sonderseite "Medica 2009" » Zum E-Paper "Medica aktuell" » Zur Bildergalerie "Medica 2009"

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

© Springer Medizin Verlag GmbH

Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Dr. Gunther Gosch ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin aus Magdeburg und beschäftigt sich seit vielen Jahren schwerpunktmäßig mit der Notwendigkeit von Impfungen, insbesondere bei Säuglingen und Kindern.

© Portraitfoto Dr. Gosch: © Kai Spaete, Viren: © [M] Dr_Microbe / Getty Images / iStock; Bakterien: © [M] Kateryna_Kon / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Auffrischimpfung: Polio und Pertussis vergessen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?