Direkt zum Inhaltsbereich

Studie PROTECT prüft Sicherheit von Koronarstents

MANNHEIM (hbr). Mit Koronar-stents, die antiproliferative Wirkstoffe freisetzen, ist die Restenose-Rate erheblich gesunken. Nachteil ist allerdings, dass die Stents verzögert einheilen. Das könnte die Rate spät auftretender Thrombosen erhöhen.

Veröffentlicht:

Seit fünf Jahren werden in Europa Medikamenten-freisetzende Koronarstents (DES) angewandt. Die Substanzen bremsen die Intima-Hyperplasie, die eine Reaktion auf den Fremdkörper darstellt. Bisherige Ergebnisse zur Langzeit-Sicherheit waren jedoch widersprüchlich. Jetzt vergleicht die Studie PROTECT* randomisiert, prospektiv und unverblindet die beiden DES Cypher und Endeavor. "Das ist die erste klinische Studie mit DES, die sich primär der Sicherheit widmet", so Professor Christoph Bode beim Kardiologie-Kongress in Mannheim.

Die Stents unterscheiden sich in der Beschichtung: Der Endeavor-Stent enthält den Wirkstoff Zotarolimus, der innerhalb von vier Wochen von der Gefäßwand aufgenommen wird. Der Vergleichsstent arbeitet mit Sirolimus. Für den Endeavor-Stent ermittelte eine Studie eine Thromboserate von nur 1 bis 1,3 Prozent in drei Jahren: "Das ist sehr niedrig", so der Kardiologe aus Freiburg bei einer Veranstaltung von Medtronic.

Bestimmt werden sichere und mögliche Stentthrombosen

Die Untersuchung läuft fünf Jahre. Weltweit beteiligen sich 200 Zentren mit 8800 Patienten, deren Zustand nach 30 Tagen, sechs, zwölf, 18, 24, 30 Monaten und nach drei, vier und fünf Jahren geprüft wird. Primärer Endpunkt ist die Zahl der sicheren und der wahrscheinlichen Stentthrombosen nach drei Jahren. Dabei gilt als sicher ein akutes Koronarsyndrom mit angiografisch oder pathologisch bestätigtem Thrombus. In die Rubrik "wahrscheinlich" fallen jeder ungeklärte Tod innerhalb von 30 Tagen sowie Infarkte im Stentbereich. Der sekundäre Endpunkt erfasst Sterberate und Herzinfarktrate.

*PROTECT: Patient Related Outcomes with Endeavor versus Cypher stenting Trial

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

Strategie nach Ende der DAPT

Nach perkutaner Koronarintervention bevorzugt Clopidogrel einsetzen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Lesetipps
Wer KI als Unterstützung für Diagnosen nutzt, sollte die Ergebnisse immer prüfen, denn: Auch KI macht Fehler.

© elenabsl / Stock.adobe.com

Tipps von hausärztlichen Anwendern

Wenn Kollege KI in der Arztpraxis „assistiert“

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht

Ein Mann liegt regungslos auf dem Boden.

© Short World / Generated with AI / stock.adobe.com

DGIM 2026

Bewusstseinsstörungen: Der internistische Blick