Direkt zum Inhaltsbereich

Studie gestartet zu Brustkrebs bei Schwangeren

LÜBECK (awa). Zwei bis drei Prozent aller Mammakarzinome - das sind pro Jahr 1000 bis 1500 Erkrankungen - werden bei Schwangeren diagnostiziert. Über die Toxizität der Therapie für Mutter und Kind ist bisher nur wenig bekannt. Um mehr darüber zu erfahren, werden nun in der Registerstudie Pregnancy europaweit Daten erhoben.

Veröffentlicht:

An der Datenerhebung nimmt auch die deutsche Forschergruppe German Breast Group (GBG) teil. Die Daten werden retrospektiv und prospektiv erhoben. Primärer Endpunkt ist der Gesundheitszustand der Kinder krebskranker Mütter vier Wochen nach der Geburt. Zu den sekundären Zielkriterien gehören etwa das Stadium des Mammakarzinoms, die Art der Therapie sowie der Gesundheitszustand von Mutter und Kind fünf Jahre nach Behandlung.

Mammakarzinome würden bei Schwangeren in der Regel mit acht bis zehn Monaten Verzögerung entdeckt, sagte Dr. Sibylle Loibl von der Universitätsklinik Frankfurt /Main auf dem Senologie-Kongress in Lübeck. Gründe hierfür seien unter anderem, dass Symptome den physiologischen Veränderungen in der Schwangerschaft zugeschrieben würden und eine Mammografie aus Angst vor Strahlenschäden oft nicht gemacht werde.

Überlebensrate ähnlich wie bei Nicht-Schwangeren

Obwohl Mammakarzinome bei Schwangeren meist in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert werden, haben solche Frauen nach Angaben von Loibl keine schlechtere Prognose als Nicht-Schwangere mit Brustkrebs im selben Stadium. Nach bisherigen Studiendaten sei für Schwangere und Nicht-Schwangere von einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von 82 Prozent auszugehen, wenn die Achsellymphknoten noch nicht von Krebszellen befallen sind.

Sowohl die Sonografie als auch die Mammografie seien bei Schwangeren vertretbar, ein MRT wegen des Kontrastmittels dagegen nicht, betonte Loibl. Die Therapie bei schwangeren Frauen mit Brustkrebs solle sich so nahe wie möglich am Standard orientieren. Es sollte möglichst brusterhaltend operiert werden, da größere Operationen in der Schwangerschaft das Thrombose-Risiko erhöhen, sagte die Kollegin. Anschließend sollte die Chemotherapie erfolgen. Bestrahlung und Hormontherapie sollten allerdings erst nach der Entbindung stattfinden.

Weitere Infos zur Studie gibt es im Internet unter: www.germanbreastgroup.de/pregnancy/

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

Körperliches Training

Mit einer Stunde mehr Sport die Brustkrebsmortalität senken?

Das könnte Sie auch interessieren
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt

Patienten häufig überwässert

Praxistipps zur Hyponatriämie: „Trinken nur bei Durst!“

Lesetipps
Ein Kleinkind kratzt an einem juckenden Ausschlag in der Nabelregion.

© shangarey / stock.adobe.com

Hausärztin gibt Tipps

Darauf ist in der Kommunikation mit Skabies-Patienten zu achten

Nicht alles können Ärzte in der Rheumatologie delegieren – die strukturierte Vorbereitung einer Anamnese allerdings schon.

© auremar / stock.adobe.com

Aufgabenteilung

Wie Delegation in der Rheumatologie funktionieren kann

Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht