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Einzig Schutz durch Beschneidung ist belegt / Internationaler Aids-Kongress

KAPSTADT (Rö). 20 Jahre Studien zu biomedizinischen Methoden der Prävention der HIV-Infektion seien eine große Enttäuschung. So klar hat sich Professor Ronald Gray beim internationalen Aids-Kongress in Kapstadt in Südafrika geäußert.

Von 29 Studien hätten nur vier einen signifikanten Effekt in der Intent-to-treat-Analyse belegen können, drei davon seien Studien zur Beschneidung von Männern, hat der USForscher von der Johns Hopkins Universität Bloomberg School of Public Health konkretisiert. Fünf Studien insgesamt ließen vermuten, dass sogar eher Schaden angerichtet worden sei.

Insgesamt betreffen die Studien die Behandlung wegen bakterieller und viraler sexuell übertragbarer Erkrankungen, die Verwendung von Mikrobioziden, die Präexpositionsprophylaxe, Impfungen und die Beschneidung von Männern.

Besonders enttäuschend seien die fehlgeschlagenen Versuche, durch Behandlung wegen Geschlechtskrankheiten die HIV-Übertragung zu bremsen. Bekannt sei doch, dass Geschlechtskrankheiten die Infektion förderten. Ihre Heilung bringe für die HIV-Übertragung aber nichts. Bei den Mikrobioziden, von denen man sich viel für selbstbestimmte Verhütung von Frauen versprochen habe, habe besonders das Surfactant Nonoxynol-9 enttäuscht.

Von den drei Studien mit HIV-Vakzinen seien zwei negativ ausgegangen, von einer gebe es sogar Hinweise auf eine möglicherweise erhöhte HIV-Übertragungsrate.

Ein Lichtblick sind die Studien mit der Beschneidung von Männern. Hier ist die Infektionsrate im Schnitt um 57 Prozent zurückgegangen. Frauen kann die Beschneidung von Männern allerdings nicht schützen, wie jetzt gerade eine Studie in Uganda belegt hat (wir berichteten).

Ganz die Flinte ins Korn werfen möchte der Wissenschaftler die Sache der biomedizinischen Prävention der HIV-Infektion aber noch nicht. Die Studien seien eben schwierig und teuer. Benötigt würden weniger Studien, aber mit verbesserter Qualität und verbesserter Auswahl der Teilnehmer.

www.ias2009.org

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