Suchtkrankheiten

Tabakentwöhnung gehört in Hände von Ärzten

MANNHEIM (cin). Tabakentwöhnung gehört zu den essenziellen Aufgaben der Ärzte - das war der einheitliche Tenor beim Kardiologen-Kongress in Mannheim. Denn: Rauchen ist ein wesentlicher kardiovaskulärer Risikofaktor.

Veröffentlicht: 16.04.2007, 08:00 Uhr

"Jede Zigarette verkürzt das Leben um 29 Minuten", sagte Professor Helmut K. Gohlke vom Herz-Zentrum Bad Krozingen. Dabei komme es nicht darauf an, ob Raucher Zigaretten mit oder ohne Filter, Zigarren oder Pfeife rauchen. Die aktuelle politische Situation, und nach Ansicht der Kardiologen auch ein verändertes Gesundheitsbewusstsein, haben die Rauchentwöhnung verstärkt zu einem Thema der Bevölkerung gemacht.

Etwa jeder dritte Raucher versucht im Laufe seiner Rauchkarriere, dem Tabak zu entsagen. "Es ist jedoch bekannt, dass nur wenige Patienten die Entwöhnung allein schaffen", gab Professor Hans-Ulrich Klör bei einem von Pfizer unterstützten Symposium zu bedenken. Für die erfolgreiche Entwöhnung sei ein Arzt notwendig.

"Der Weißkittel-Effekt wird von vielen Kollegen unterschätzt", so der Internist von der Uni Gießen. Weiterhin gehören zu einer erfolgreichen Rauchentwöhnung psychosoziale Betreuung und Produkte zur Entwöhnung, etwa Vareniclin (Champix®). Denn nur etwa 0,5 bis 5 Prozent der Raucher schaffen den Ausstieg ohne Unterstützung.

Mit Vareniclin und einem unterstützenden Programm schaffen nach drei Monaten 44 Prozent den Absprung von der Zigarette (mit Placebo nur 18 Prozent) und nach einem Jahr sind noch 23 Prozent abstinent (Placebo: 10 Prozent). Das haben die Zulassungsstudien ergeben. Zwölf Wochen lang wird das nikotinfreie Medikament zweimal täglich eingenommen (Tag eins bis drei: einmal täglich).

"Um die Erfolge zusätzlich zu verbessern, sollten Ärzte im Bereich Rauchentwöhnung geschult werden", so Klör. Er ist Vorsitzender der der Ärzte-Initiative Raucherhilfe (AIR). Von der Initiative wurden bisher für jedes Bundesland ein oder zwei Ärzte ausgebildet, die ihre Kollegen in der Rauchentwöhnung schulen und mit Hintergrundinformationen versorgen, etwa über Gesundheitsschäden.

"Wir haben außerdem eine CD zusammengestellt, die alle relevanten Daten zum Gesundheitsrisiko durch Rauchen enthält", sagte Klör. Daraus könnten auch Folien für eigene Vorträge übernommen werden. Für Mitglieder der Initiative kostet die AIR-CD 22 Euro, für Nichtmitglieder 60 Euro.

Bestellung der AIR-CD per Fax: 089 / 714 26 87, per Telefon: 089 / 74 14 07 15 oder per E-Mail: gabriele.siegert@air-raucherhilfe.de

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