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Urologie

Tagebuch unterscheidet OAB und IC

Die klinische Differenzierung zwischen interstitieller Zystitis und überaktiver Blase kann Schwierigkeiten bereiten. Ein Miktionstagebuch hilft dabei.

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SEOUL. Das wichtigste klinische Kriterium, mit dem sich eine interstitielle Zystitis (IC) häufig von einer überaktiven Blase (OAB) abgrenzen lässt, ist der Blasenschmerz. Ansonsten gibt es viele Überschneidungen in den Beschwerdebildern.

Trotzdem kann es nützlich sein, die Patienten drei Tage lang ein Miktionstagebuch führen zu lassen. Urologen aus Südkorea haben in den Protokollen weitere Parameter identifiziert, die auf eine IC hindeuten (Int J Urol 2014; 21: 179).

Die Ärzte um Sung Han Kim haben die Tagebucheinträge von 49 konsekutiven IC-Patienten mit zystoskopisch gesicherter Diagnose mit denen von 301 OAB-Patienten verglichen. Bezüglich Alter, Geschlechterverhältnis, Dauer der Miktionsprobleme und Komorbiditäten stimmten die beiden Gruppen weitgehend überein.

Bei den Beschwerden zeigten sich charakteristische Unterschiede. Über Blasenschmerzen klagten erwartungsgemäß die meisten IC-Patienten (92 Prozent), aber keine OAB-Patienten. Andererseits trat eine Dranginkontinenz ausschließlich in Zusammenhang mit einer OAB auf zu (48 Prozent).

Alle Miktionsparameter, die über drei Tage von den Patienten dokumentiert wurden, mit Ausnahme des Gesamtvolumens, waren ebenfalls signifikant verschieden. Im Vergleich zu OAB-Patienten hatten IC-Patienten eine höhere Miktionsfrequenz mit kürzeren Intervallen und einem kleineren und konstanteren Miktionsvolumen.

In einer multivariaten Analyse blieb die Assoziation für drei Variablen signifikant: Die nächtliche Miktionsfrequenz war bei IC höher, das maximale nächtliche Miktionsvolumen und die Spannbreite der Miktionsintervalle am Tage waren kleiner.

Die Unterschiede beim Wasserlassen sind gut mit den Unterschieden in der Pathogenese der beiden Krankheitsbilder zu erklären. Bei der IC führt die Erosion/Denudation des Urothels vermutlich zu chronischer Entzündung und Fibrose des Detrusors und damit zu Blasenschmerzen in der Füllungsphase, was die Blasenkapazität verringert.

"Typischerweise beträgt die maximale Blasenkapazität weniger als 350 ml", schreiben Kim et al. Daher auch das relativ konstante Miktionsmuster mit kleineren Volumen und geringeren Abständen. Die Symptome der OAB dagegen werden durch eine Detrusor-Überaktivität ausgelöst, was in größeren Schwankungen der Miktionsvolumina resultiert. (BS)

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