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Polio

Taliban stoppen Impfungen in Afghanistan

Die Taliban haben Impfkampagnen gegen Kinderlähmung im Süden Afghanistans verboten – aus Misstrauen gegenüber der Regierung. Ein Rückschritt für die Eradikation der Krankheit?

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Der Polio-Virus: Das Impfverbot der Taliban gegen Kinderlähmung könnte der Auslöschung der Krankheit einen empfindlichen Rückschlag versetzen.

Der Polio-Virus: Das Impfverbot der Taliban gegen Kinderlähmung könnte der Auslöschung der Krankheit einen empfindlichen Rückschlag versetzen.

© decade3d / stock.adobe.com

KANDAHAR. Afghanistan könnte ein großer Rückschlag im Kampf gegen Polio bevorstehen. Laut Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) haben die Taliban Impfkampagnen in Teilen der Provinz Kandahar verboten. Die radikal-islamistischen Taliban misstrauten den Regierungsdelegationen, die für die Kampagnen in von ihnen kontrollierten Gebieten von Haus zu Haus gehen.

Stattdessen wollten die Fundamentalisten eigene Mitglieder in den Delegationen. Darüber gebe es auch Verhandlungen, so der Leiter der afghanischen Anti-Polio-Kampagne, Nadschibullah Safi. Die Taliban hätten bereits früher eigene Leute in Impfteams geschickt: "Es sind Leute mit Zugang, und wir brauchen diesen Zugang", sagt Safi laut FAZ.

Nach mehreren Impfkampagnen sinkt die Anzahl der neuen Polioerkrankungen in Afghanistan seit Jahren: 2015 gab es 20 neue Fälle, 2016 noch 13. Auch dieses Jahr sieht es so aus, als ob die Infektionsrate erneut sinkt. Neben Pakistan und Nigeria ist Afghanistan das einzige Land weltweit, in dem es noch Neuinfektionen mit der Kinderlähmung gibt. (ajo)

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