Schonender und weniger schmerzhaft

Tattoo-Entfernung mit Laser und Ultraschall

Ein Forschungsprojekt entwickelt ein neues Verfahren zur schonenderen Tattoo-Entfernung.

Veröffentlicht: 10.12.2019, 10:55 Uhr

Köln. Laut dem Statistischen Bundesamt haben etwa 25 Prozent der Deutschen mindestens ein Tattoo. Von diesen wiederum hat rund ein Viertel schon einmal ein Tattoo bereut, berichtet die Technische Hochschule Köln.

Die üblichen Methoden der Tattoo-Entfernung sind bekanntlich häufig schmerzhaft und mit Narbenbildung verbunden. Die TH Köln entwickelt daher zusammen mit dem Universitätsklinikum Essen und der Epimedic GmbH ein neues Verfahren, das die etablierte Laserentfernung mit Ultraschall kombiniert. Das Ziel: eine schonendere Behandlung.

Komplette Entfernung gelingt nicht immer

„Um ein unerwünschtes Tattoo mittels Laser wieder loszuwerden, sind bis zu 15 Sitzungen nötig, bei denen die Farbpigmente durch die hohe Energie des Lasers zertrümmert und anschließend über das Lymphsystem abtransportiert werden“, erinnert Projektleiter Professor Axel Wellendorf in der Mitteilung der TH.

Dies geschehe allerdings nicht rückstandslos, so dass nur bei einem kleinen Teil der Patienten eine komplette Entfernung gelingt. Durch die hohe Energiedichte des Lasers werden zudem Hautzellen zerstört, was schmerzhaft ist und zu Narben führt.

Eine schonendere Behandlung soll die Kombination von Laser und Ultraschall bringen. „Wir erhoffen uns vom Ultraschall mehrere Dinge: Er soll das Gewebe anregen und auflockern, damit sich die Farbpigmente leichter lösen.

Darüber hinaus erwarten wir, dass die Farbpigmente durch die Kombination von Laser und Ultraschall besser zerkleinert werden“, so Wellendorf. Zudem erfahre die Haut durch den Ultraschall eine Tiefenmassage.

Dadurch werde der Stoffwechsel aktiviert und der Transport von Lymphflüssigkeit vorangetrieben. Die Aktivität der Zellen wird gesteigert und deren Regeneration vorangetrieben.

Live-Bild der behandelten Hautpartie

Damit der Ultraschall seine Wirkung entfalten kann, muss er vor, während und unmittelbar nach dem Laser-Impuls auf das Gewebe wirken. Daher wollen die Projektpartner ein Handgerät entwickeln, das beide Techniken vereint, so die TH Köln.

Neben der Laser- und der Ultraschalleinheit soll auch eine Kamera integriert sein, die ein Live-Bild der zu behandelnden Hautpartie zeigt. Das Team um Wellendorf ist dabei für die Entwicklung der Hardware zuständig.

Die Epimedic GmbH liefert die elektrotechnische Steuerung, die einen halbautomatischen Ablauf der Behandlung ermöglicht. Die Hautklinik des Uniklinikums Essen wird die neue Technik präklinisch und später an Probanden testen.

„Für die Patientinnen und Patienten erhoffen wir uns eine deutlich geringere Anzahl der Behandlungen, die zudem mit weniger starken Laser-Impulsen durchgeführt werden. Damit soll der empfundene Schmerz gesenkt werden und sich der Heilungsprozess deutlich verkürzen. Ebenso erwarten wir ein verbessertes Hautbild nach der Entfernung im Vergleich zur herkömmlichen Behandlung und weniger Narbenbildung“, sagt Wellendorf.

Das Forschungsvorhaben wird über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. (eb)

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