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KOMMENTAR

Teufelskreis TB-Resistenz

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Noch zu Beginn der 70er Jahre glaubten Infektiologen, man könne Tuberkulose per Antibiose bald eradizieren. Davon ist man inzwischen weit entfernt, denn TB hat sich vor allem in Afrika, Asien und Osteuropa wieder stark ausgebreitet. Zugleich nehmen Resistenzen in vielen Region zu.

Wenn nun, wie in Südafrika, TB-Stämme auftauchen, die kaum noch auf bekannte Antibiotika ansprechen, so ist das allerdings kein Schicksal, sondern ein hausgemachtes Problem. Denn eine Tuberkulose-Therapie gelingt nur dann erfolgreich, wenn die Medikamente über Monate hinweg kontinuierlich eingenommen werden. Das ist schon schwierig bei TB-Erregern, die noch gut auf Antibiotika ansprechen, noch schwieriger ist es bei Keimen, die bereits Resistenzen haben - dann dauert die Therapie bis zu zwei Jahren.

Weltweit halten etwa 85 Prozent der Patienten eine TB-Therapie durch, in Südafrika sind es nur 67 Prozent, bei resistenten Keimen sogar nur 39 Prozent. Wird die Therapie jedoch ab- oder unterbrochen, etwa, weil keine Medikamente vorhanden sind, kann es zu Rezidiven kommen, und zwar mit Bakterien, die gegen alle bisher verwendeten Antibiotika resistent sind. Die Therapie ist dann noch komplizierter - ein Teufelskreis.

Durchbrechen kann man ihn nur, wenn man gewährleistet - ob in Südafrika oder in Deutschland -, daß jeder TB-Kranke ein halbes Jahr behandelt werden kann und auch so lange behandelt wird. Sonst schadet eine Antibiose mehr, als sie nützt.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Ein äußerst virulenter Tuberkulose-Stamm läßt HIV-Infizierten in Südafrika kaum eine Chance

Lesen Sie auch: Experten befürchten Verbreitung extrem resistenter TB-Erreger

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