KOMMENTAR

Therapie nur mit T4 - eine richtig gute Idee

Von Gabriele Wagner Veröffentlicht: 12.03.2008, 05:00 Uhr

Eigentlich ist die Idee gut, nach Schilddrüsen-Entfernung nicht nur L-Thyroxin (T4), sondern auch T3 zu substituieren. Denn freies T3 ist das biologisch aktivste Schilddrüsen-Hormon. Zwar ist bekannt, dass T4 nicht nur in der Schilddrüse, sondern zum Beispiel auch in Leber und Muskeln in T3 umgewandelt wird. Und diese Stoffwechselwege bleiben auch nach Thyreoidektomie erhalten.

Doch bekannt ist auch, dass die Schilddrüse ein Fünftel des täglichen T3-Bedarfs sezerniert. Und zumindest Ratten ohne Schilddrüse kommen ohne T3-Substitution nicht gut aus. Eigentlich ist es also eine gute Idee, mindestens dieses eine Fünftel T3 zu substituieren. Und so das austarierte Gleichgewicht der Schilddrüsenhormone zu erhalten - wichtig für Physis und Psyche gleichermaßen.

Allerdings gibt es mehr als ein Dutzend Studien und Analysen, die meisten aus diesem Jahrtausend, in denen keine signifikanten Unterschiede zwischen T3-T4-Kombitherapie und T4-Monotherapie bei Menschen gefunden wurden. Und: Deutsche Fachgesellschaften empfehlen zur Substitution nach Op oder Radiojodtherapie lediglich eine Monotherapie mit L-Thyroxin.

Dass damit den Patienten wirklich Gutes getan wird, haben US-Kollegen in ihrer aktuellen Studie nachdrücklich belegt. Sie erreichten nicht nur, dass T3 postoperativ in den Normbereich kam, sondern, dass T3 in den präoperativen Bereich kam. Voraussetzung: TSH liegt im Zielbereich.

Deshalb ist es eine wirklich gute Idee, nur T4 zu substituieren. Weil das offenbar tatsächlich reicht.

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