Direkt zum Inhaltsbereich

Thromboseprophylaxe: Strümpfe-Studien gefordert

Eine Expertengruppe fordert exakte Wirksamkeitsstudien für medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN (wed). Der Einsatz von medizinischen Thromboseprophylaxestrümpfen zur Prävention venöser Thrombosen bei immobilisierten Patienten ist in Kliniken seit vielen Jahren gängige Praxis. Wie aber steht es um die Evidenz für diese Maßnahme?

Patienten erhalten nach Op oder bei längerer Bettruhe seit Jahrzehnten in jeder Klinik routinemäßig medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS). Da heute eine medikamentöse Thromboembolieprophylaxe Therapiestandard geworden ist, stellen sich Ärzte immer häufiger die Frage, ob der zusätzliche Einsatz von MTPS noch erforderlich ist.

Auch die aktuelle S3-Leitlinie "Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE)" nennt keine klare und zwingende Indikation zur Anwendung von MTPS zusätzlich zur medikamentösen Prophylaxe.

Angesichts der dadurch entstandenen Unsicherheit und der kontroversen Diskussion in der Fachwelt hat sich im November 2011 unter dem Dach des Medical Data Institutes, Starnberg, eine Expertengruppe gegründet, zu der neben Ärzten und Wissenschaftlern auch ein Jurist und ein Gesundheitsökonom gehören.

Mehr Klarheit über eine effektive Thromboseprophylaxe

Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, mehr Klarheit über eine effektive Thromboseprophylaxe zu schaffen und nach Neubewertung eindeutige Empfehlungen zur Anwendung von MTPS zu formulieren.

Bei einem ersten Treffen des Expertenteams in München wurde deutlich, dass die Studienlage für seriöse Empfehlungen derzeit nicht ausreichend ist. Von den Mitgliedern der Gruppe wurde daher gefordert, möglichst rasch geeignete Studien mit biomechanisch exakt charakterisierten Strümpfen zu initiieren, um den Kenntnisstand zum Nutzen von MTPS zu verbessern.

Für eine eindeutige Empfehlung werde darüber hinaus auch eine ökonomische Bewertung des MTPS-Einsatzes benötigt.

Abschließend konnte sich die Mehrheit der Experten bei dem vom Medical Data Institute veranstalteten Workshop darauf verständigen, dass MTPS nicht zuletzt im Sinne der Sorgfaltspflicht weiterhin entsprechend der Empfehlungen in der S3-Leitlinie eingesetzt werden sollten, solange keine belastbaren neuen Daten vorliegen, die eine Neubewertung dieser Prophylaxemaßnahme erlauben.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Peter Peschel 23.03.201214:56 Uhr

Warum immer nur Strümpfe – Pneumatische Impulse u. Kompression helfen auch

Stationärer u. ambulanter Einsatz von IPK/AIK Intermittierende Pneumatische - / Apparative Intermittierende Kompressions - Therapie wird trotz Leitlinien-Empfehlung kaum eingesetzt, da auch wenig bekannt.
AV-Impulse-System /SCD Kompression kann Thrombo-Embolie Komplikationen senken und fördert auch die NO Produktion durch erhöhte Durchblutung, gerade bei z.Zt. immobilisierten Patienten unterschiedlichster Genese, sowie bei Heparin Unverträglichkeit.
Durch den zusätzlichen ambulanten Einsatz o.a. Geräte im häuslichen Bereich gibt es die Möglichkeit einer effektiven TVT / Thrombo–Embolieprophylaxe, schnellere Abschwellungen, wie auch eine verbesserte Wundheilung um bis zu ca.30% erzielen zu können. Die Anwendung von mechanischen Geräten zur intermittierenden Fuß/Hand-Impulskompression des Venenplexuses , AV-Impulse-System , fördern die Durchblutung u. Lymphaktivität sowie den Zu-u. Abfluss von O2/CO2 u. metabolischen Stoffen, wie auch z.B. Medikamente damit einhergehend auch eine Absenkung der genannten Komplikationsraten.
Die Geräte können dem Patienten verordnet werden so dass er zu Hause u. in der Klinik damit arbeiten kann, ca. 4 Std/tgl. Eine Hilfsmittel-Nr.ist vorhanden und die anfallenden Kosten können somit von den Kassen übernommen werden u. belasten nicht das Heilmittelbudget der Praxis.
Der Einsatz ist auch in den IPK /AVK Leitlinien Phlebologie 2004, benannt.
.Pitto et.al.Biomed Tech,2001 Hemodynamics-PneumaticFootCompression ;
Pitto Mechanicl Prophylaxe of Deep VT, Journ.of Bone a.Joint Surgery,2004;
G.M.Ivanic et al. Die interm.Impulskompression zur Abschwellung u.Thromboseprophylaxe-Pilotstudie nach Hüft-TEP,Unfallchirug 2006 zum Beitrag »
Weitere Literatur Info: http://www.oxycare-gmbh.de/literatur/krankheiten-literatur/literatur-wunde.html
http://www.oxycare-gmbh.de/literatur/krankheiten-literatur/gef%C3%A4%C3%9F-probleme.html




Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Lesetipps
Patient vor der CT-Untersuchung der Lunge.

© jovannig / stock.adobe.com

Telemedizin für Prävention

Lungenkrebs-Screening: Das Münsterland zeigt, wie es funktionieren kann

Frau sitzt nachts auf ihrem Bett und schaut ins Licht ihrer Nachttischlampe.

© stokkete / stock.adobe.com

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren