Tödliche Masernkomplikation ist häufiger als bisher vermutet

NEU-ISENBURG (hub). Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) als tödlich verlaufende Spätfolge einer Maserninfektion ist offenbar gar nicht so selten, wie bisher vermutet worden ist. Das belegen aktuelle Studienergebnisse aus den USA. In Deutschland sterben immer wieder Kinder an SSPE. Mit Impfungen kann die Komplikation verhindert werden.

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In Deutschland gibt es weiterhin regelmäßig Masern-Epidemien. Pro Jahr erkranken dadurch vier bis zehn Kinder an SSPE, seit 1988 über 120. Bekommen Kinder, die jünger als ein Jahr alt sind, die Masern, wird das SSPE-Risiko auf 1:5000 geschätzt (wir berichteten). Diese Schätzung wird jetzt durch neue epidemiologische Daten aus den USA gestützt.

Durch Impfungen sind Masern in den USA sehr selten. Die letzten größeren Ausbrüche gab es zwischen 1989 und 1991. Diese Epidemie haben Dr. William Bellini von den Centers for Disease Control in Atlanta und seine Kollegen jetzt analysiert (J Infect Diseases 192, 2005, 1686).

Von den 55 622 gemeldeten Erkrankten waren die meisten unter fünf Jahre alt. 123 Menschen starben an den Masern. Zwölf Patienten mit gesicherter SSPE haben die Forscher den Masernausbrüchen zugeordnet. Bei sieben Patienten wurde aus Hirnproben das zur Zeit der Epidemie zirkulierende Masernvirus (Genotyp D3) nachgewiesen.

Unter der Annahme, daß von allen Masernkranken der Epidemie nur 30 bis 50 Prozent gemeldet wurden, errechnen sie auf Grundlage der 55 622 gemeldeten Masern-Kranken ein SSPE-Risiko von 65 bis 110 pro eine Million Masernkranke. Dieses SSPE-Risiko ist 7- bis 13mal höher als die bisher für die USA vermutete Rate von 8,5 pro eine Million.

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