Tollwut auf Bali: Warnung vor Hunden und Tempelaffen

Auf Bali sind kürzlich mehrere Menschen an Tollwut gestorben. Rucksack-Reisenden ist zur Impfung zu raten.

Von PD Tomas Jelinek Veröffentlicht:

Mit Bali verbindet man gemeinhin Tempel, Vulkane, Reisterrassen und eindrucksvolle Hindu-Gottheiten. In den letzten Wochen erreichen uns jedoch von dort Berichte über Tollwut-Todesfälle und massenhafte Keulung streunender Hunde. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Australien haben bereits Reisewarnungen ausgesprochen.

Seit November 2008 starben auf Bali mindestens sechs Menschen nach Hundebissen an Tollwut. Die Dunkelziffer dürfte wohl groß sein, sagt Dr. Ken Wirasandhi, Direktor von Balis größtem Krankenhaus Sanglah. Allein seit Jahresbeginn 2009 wurden über 530 Menschen von Hunden gebissen und erhielten eine postexpositionelle Impfung.

Bis Ende vergangenen Jahres waren auf Bali über 10 Jahre lang keine Fälle von Tollwut mehr aufgetreten. Der jetzige Ausbruch wurde vermutlich durch den illegalen Import von Rasse-Hunden ausgelöst.

Die ersten Erkrankungen traten vor etwa drei Monaten in den Regionen Denpasar und Badung im Süden Balis auf. Inzwischen ist auch Kuta, eines der Haupt-Touristenzentren im Südwesten der Insel, betroffen. Die balinesischen Behörden versuchen nunmehr, mit Massen-Impfungen von Haustieren und durch Tötung streunender Hunde Herr der Lage zu werden. In Bali gibt es schätzungsweise 230 000 Hunde, nur ein Drittel davon sind Haustiere.

Reisende nach Bali sollten über das Tollwut-Risiko informiert werden. Kontakte mit frei lebenden Hunden, aber auch mit den auf Bali weit verbreiteten Tempelaffen sollten möglichst vermieden werden.

Für längere Aufenthalte und Reisen unter einfachen Bedingungen ist eine Tollwut-Reiseimpfung dringend zu empfehlen. Falls es zu einem Tierbiss kommt, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, um die postexpositionelle Impfung vornehmen zu können. Die Prophylaxe ist übrigens auch dann nötig, wenn ein Tollwut-Impfschutz besteht.

Eine Überprüfung und - falls nötig - eine Auffrischung des Tetanus-Impfschutzes sollte zudem vor einer Fernreise selbstverständlich sein.

Mehr Reisemedizinische Infos zu Indonesien: www.crm.de unter Reiseländer

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Lesetipps
Beratung Ärztin und Patientin

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Praktische Tipps

Beratungsfall Patientenverfügung – worauf es ankommt