Berliner Behörden

Trinkwasser in Berlin: zuviel Arznei-Reste?

Die Berliner Wasserbetriebe versorgen 3,5 Millionen Einwohner mit Trinkwasser, für dessen Qualität die Qualität der Oberflächengewässer von großer Bedeutung ist.

Veröffentlicht: 16.10.2017, 07:45 Uhr

BERLIN. Rückstände von speziellen Blutdrucksenkern in Gewässern bedeuten nicht nur ein potenzielles Risiko für im Wasser lebende Tiere, sondern sind auch bedeutsam für das Trinkwasser und stellen ein Vergiftungsrisiko für Menschen dar. Das berichteten Experten der Berliner Wasserbetriebe (BWB) und des Landesamts für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) bei den DGK-Herztagen 2017 in Berlin.

Seit einigen Jahren würden vermehrt hoch wirksame, schlecht abbaubare und in großen Mengen verordnete Arzneimittel und deren Rückstände in den Gewässern festgestellt, etwa Blutdrucksenker vom Typ der Sartane, schlagen Dr. Sebastian Schimmelpfennig (BWB) und Dr. Claudia Simon (LAGeSo) Alarm: Sartane könnten aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften und der steigenden Verordnungsmengen als Blutdrucksenker die Qualität der Trinkwasserressourcen in Deutschland gefährden.

"Bei den Sartanen werden die verordneten Wirkstoffmengen fast vollständig im Kläranlagenablauf wiedergefunden", werden die Forscher in einer Mitteilung der DGK zitiert. Sartane würden auch in vergleichsweise hohen Konzentrationen in Oberflächengewässern nachgewiesen, "auch bei der Uferfiltration zum Zwecke der Trinkwassergewinnung ist nur eine geringe Abbaubarkeit der Sartane festzustellen."

Die Berliner Wasserbetriebe versorgen 3,5 Millionen Einwohner mit Trinkwasser, das zu 70 Prozent über Uferfiltration, also durch in der Nähe von Oberflächengewässer versickertes Wasser aus dem natürlichen Gewässerbett, und Grundwasseranreicherung aus Grundwasser entnommen wird, das durch Oberflächengewässer beeinflusst ist, teilt die DGK mit. Aus diesem Grund habe die Qualität der Oberflächengewässer großen Einfluss auf die Trinkwasserqualität. (eb)

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