Direkt zum Inhaltsbereich

Über 40 und Thrombose? Da kann ein Malignom die Ursache sein

BERLIN (gvg). Ursache jeder dritten bis fünften Beinvenenthrombose ist ein maligner Tumor. Betroffen sind vor allem Thrombose-Patienten jenseits des 40. Lebensjahrs. Spezialisten empfehlen bei ihnen eine gezielte Anamnese. Bestehe etwa Verdacht auf Darmkrebs, sollte eine Koloskopie möglichst vor der Umstellung auf eine orale Antikoagulation erfolgen.

Veröffentlicht:

Die Bedeutung bösartiger Tumore für die Entstehung tiefer Beinvenenthrombosen (TVT) könne kaum überschätzt werden, so Professor Hanno Riess von der Charité Berlin. "Bei etwa 15 bis 20 Prozent aller Patienten mit TVT ist zum Zeitpunkt der Diagnose ein Malignom bekannt", sagte Riess auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie in Berlin.

Bei zwei bis fünf Prozent der TVT-Patienten werde gleich ein Malignom diagnostiziert. Bei weiteren fünf bis zehn Prozent wird sechs bis 24 Monate nach der Thrombose Krebs festgestellt.

Diese Verzögerung hält Riess für vermeidbar. Zumindest die empfohlenen Krebsvorsorge-Untersuchungen seien Pflicht, sagte er auf der von GlaxoSmithKline unterstützten Veranstaltung. Dazu gehört für ihn auch die Koloskopie für TVT-Patienten ab 40. Unter 40 sei die Wahrscheinlichkeit, daß ein Malignom Ursache einer TVT ist, extrem gering.

Bei der Koloskopie gebe es aber ein Problem: Nur wenige Kollegen koloskopieren Patienten, die Vitamin-K-Antagonisten bekommen. Bei der Tumorsuche bei TVT-Patienten gibt es oft die Situation, daß man nach der initialen Heparintherapie auf Cumarine umstellt und die Behandlung für die Koloskopie wieder unterbrechen muß.

Um das zu verhindern, rät Riess, eine Koloskopie möglichst in den ersten Tagen nach der Diagnose TVT zu machen. Die Patienten bekommen da meist noch niedermolekulare Heparine und können problemlos untersucht werden. Nach der Koloskopie kann dann die Einstellung auf ein Cumarin erfolgen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Thrombose - und wo sitzt nun der Krebs?

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

© LASZLO / stock.adobe.com

Neu diagnostiziertes Multiples Myelom

Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Digitale Praxis

KI-Helfer für die Praxis entwickelt Hausarzt Rasche selbst

Lesetipps
Entzündung in der Niere.

© CreativeArt / stock.adobe.com / Generated with AI

Kleingefäßvaskulitiden

IgA-Vaskulitis bei Erwachsenen: Immer nach der Niere sehen!