Über die Folgen von PSA-Screening sollen Ärzte aufklären

Der Nutzen von Reihenuntersuchungen auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA) steht noch nicht eindeutig fest. Auf Wunsch sollte der Test angeboten werden.

Von Angela Speth Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. Rentiert sich ein PSA-Screening? Werden die Risiken, die eventuell mit Diagnose und Therapie verbunden sind, durch eine Lebensverlängerung aufgewogen? Diese Fragen sind bisher noch nicht eindeutig geklärt, war die Meinung von mehr als 80 Prozent der Teilnehmer einer Expertenrunde beim Erstellen der S3-Leitlinie "Prostatakarzinom". Vollständig einig waren sich die Experten allerdings bei der Grad-A-Empfehlung, Männern mit dem Wunsch nach Früherkennung eine digital-rektale Untersuchung (DRU) und einen PSA-Test vorzuschlagen. Zielgruppe sind Männer über 40 und mit einer Lebenserwartung von mehr als zehn Jahren, berichtete Privatdozent Christian Doehn beim Uro Update in Düsseldorf. Die Methode sollte quantitativ sein und individuelle Referenzbereiche haben, sagte der Urologe aus Lübeck. PSA-Teststreifen oder Bildgebung eignen sich nicht zur Früherkennung, ebenso wenig reicht die DRU allein. Zudem rät die Leitlinie, die Patienten vor einer Entscheidung über positive und negative Testergebnisse, über Biopsie, Therapie und deren Risiken zu informieren.

Bei PSA-Werten unter 2 ng/ml sind zweijährliche Kontrollen vorgesehen, bei höheren Werten jährliche. Eine Biopsie empfehlen die Experten bei:

  • PSA über 4 ng/ml,
  • bei auffälligem PSA-Anstieg (gemessen mit demselben Verfahren und mit Blick auf individuelle Schwankungen bei einem einzelnen Patienten),
  • bei einer DRU mit Karzinomverdacht.

Den Leitlinien liegen zwei große Screening-Studien aus Europa und den USA zugrunde. Zwar wurden beide Mal in den Untersuchungs-Gruppen mehr Karzinome gefunden als in den Kontrollgruppen, doch war nur in der EU-Studie die tumorspezifische Sterberate verringert.

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